Seine Lehre vom öffentlichen Wohl hatte sie entrüstet. Die Konservativen redeten jetzt wie Robespierre.

Weiterer Grund zur Verwunderung: Cavaignac verlor an Einfluß. Die Mobilgarde wurde verdächtig. Ledru-Rollin hatte sich um alles Ansehen gebracht, sogar nach Vaucorbeils Ansicht. Die Kämpfe um die Verfassung interessierten niemand, — und am 10. Dezember stimmten alle Bürger von Chavignolles für Bonaparte.

Die sechs Millionen Stimmen kühlten Pécuchet gegen das Volk ab, — und Bouvard und er studierten die Frage des allgemeinen Stimmrechts.

Da es allen gehört, kann es keine Einsicht haben. Ein Ehrgeiziger wird es immer leiten, die anderen werden wie eine Herde gehorchen, denn von den Wählern verlangt man nicht einmal, daß sie lesen können: das war nach Pécuchets Ansicht der Grund zu so viel Betrügereien bei der Präsidentenwahl.

„Keineswegs,“ erwiderte Bouvard; „ich glaube vielmehr an die Dummheit des Volkes. Denke an alle die, welche Revalenta, die Pomade Dupuytren, das Toilettewasser und so weiter kaufen. Diese Einfaltspinsel bilden die Masse der Wähler, und wir müssen uns ihrem Willen fügen. Warum kann man mit Kaninchen nicht ein Einkommen von dreitausend Franken erzielen? Weil eine zu zahlreiche Anhäufung eine Ursache der Sterblichkeit ist. Ebenso entwickeln sich durch das bloße Vorhandensein der Menge die ihr anhaftenden Dummheitskeime, und unberechenbare Wirkungen sind die Folge.“

„Dein Skeptizismus erschreckt mich!“ sagte Pécuchet.

Einige Zeit später, im Frühling, trafen sie Herrn von Faverges, der ihnen die Nachricht von der römischen Unternehmung brachte. Man würde die Italiener nicht angreifen, aber wir brauchten Garantien. Sonst sei unser Einfluß gebrochen. Nichts Gerechteres als diese Einmischung.

Bouvard riß die Augen auf. „Hinsichtlich Polens behaupteten Sie das Gegenteil!“

„Das ist nicht dasselbe!“ Jetzt handele es sich um den Papst.

Und wenn Herr von Faverges sagte: „Wir wollen, wir werden handeln, wir haben die feste Absicht,“ so vertrat er eine Partei.