Bouvard und Pécuchet fühlten sich von der Minderheit ebenso abgestoßen wie von der Mehrheit. Im großen und ganzen wog die Plebs die Aristokratie auf.
Das Interventionsrecht schien ihnen verdächtig. Sie suchten nach den Grundsätzen für dasselbe bei Calvo, Martens, Vatel; und Bouvard schloß:
„Man interveniert, um einen Fürsten wieder auf den Thron zu setzen, um ein Volk zu befreien, oder aus Vorsicht im Hinblick auf eine Gefahr. In beiden Fällen ist es ein Attentat auf das Recht eines andern, ein Mißbrauch der rohen Kraft, eine heuchlerische Gewaltmaßregel!“
„Indessen sind die Völker wie die Menschen solidarisch!“ sagte Pécuchet.
„Vielleicht!“ Und Bouvard verfiel in tiefes Sinnen.
Bald begann die römische Expedition.
Im Innern plünderte aus Haß gegen die Umsturzideen die Elite der Pariser Bürger zwei Druckereien. Die große Partei der Ordnung bildete sich.
Sie hatte im Bezirk den Herrn Grafen, Foureau, Marescot, den Pfarrer zu Führern. Gegen vier Uhr wandelten sie jeden Tag von einem Ende des Platzes zum andern und plauderten über die Ereignisse. Das wichtigste war die Verteilung der Broschüren.
Sie hatten eindrucksvolle Titel: „Gott will es. — Der rote Genosse. — Wie kommen wir aus dem Sumpf? — Wohin steuern wir?“ — Das Schönste darin waren die Dialoge im Stil der Dörfler, mit Flüchen und unrichtigem Französisch, zur Hebung des sittlichen Niveaus der Bauern. Nach einem neuen Gesetz lag die Verbreitung von Schriften in den Händen der Präfekten — und man hatte Proudhon soeben in Saint-Pélagie eingesperrt: ein ungeheurer Sieg.
Die Freiheitsbäume wurden allgemein gefällt. Chavignolles gehorchte der Weisung. Bouvard sah mit eigenen Augen die Stücke seiner Pappel auf einem Schubkarren. Sie dienten dazu, den Gendarmen einzuheizen, — und man schenkte den Stumpf dem Herrn Pfarrer, der ihn doch geweiht hatte! Welch ein Hohn!