Gorju hatte die Hacken gewandt. Sie holte ihn ein; — und sich an seine Schultern klammernd:

„Laß mich mit dir gehen! Ich will deine Magd sein! Du hast jemanden nötig. Aber geh nicht fort! Verlaß mich nicht! Lieber den Tod! Töte mich!“

Sie schleppte sich auf den Knien, versuchend, seine Hände zu fassen, um sie zu küssen; ihre Haube fiel zu Boden, dann ihr Kamm, und ihre kurzen Haare lösten sich. Hinter den Ohren waren sie weiß, — und als sie ihn, heftig schluchzend, von unten mit ihren roten Augenlidern und ihren geschwollenen Lippen ansah, packte ihn die Wut; er stieß sie zurück.

„Fort mit dir, alte Hexe! Jetzt ist’s aus!“

Als sie sich erhoben hatte, riß sie das goldene Kreuz ab, das an ihrem Halse hing, und es ihm nachwerfend:

„Da! Du Lump!“

Gorju ging davon, mit seinem Stock auf die Blätter der Bäume schlagend.

Frau Castillon weinte nicht. Sie verharrte mit offenem Munde und erloschenen Augen, ohne eine Bewegung zu machen, in Verzweiflung versteinert; sie war kein Wesen mehr, sondern ein zertrümmerter Gegenstand.

Was Pécuchet soeben belauscht hatte, war für ihn gleichsam wie die Entdeckung einer Welt, — einer ganzen Welt! — sie hatte einen blendenden Schimmer, eine üppige Blütenpracht, Ozeane, Stürme, Schätze, — und Abgründe von unendlicher Tiefe; — sie strömte Schrecken aus, was tat’s! Er träumte von Liebe, wünschte sich sehnlichst, sie so zu fühlen wie sie, sie einzuflößen wie er.

Doch verabscheute er Gorju, — und auf der Wache kostete es ihm Mühe, ihn nicht zu verraten.