Je näher der Verstorbene uns steht, desto leichter erscheint er bei unserem Anruf; doch besaß Pécuchet kein Andenken von seiner Familie, weder einen Ring, noch ein Miniaturbild, nicht ein Haar, während Bouvard in der Lage war, seinen Vater zu beschwören; und da er Abneigung dagegen zeigte, fragte Pécuchet ihn:
„Was fürchtest du?“
„Ich? O, gar nichts! Mach, was du willst!“
Sie erkauften sich Chamberlans Dienste, der ihnen insgeheim einen alten Totenkopf verschaffte. Ein Schneider schnitt ihnen zwei weite schwarze Priesterröcke mit einer Kapuze wie an Mönchsgewändern zu. Der Wagen von Falaise brachte ihnen eine lange Rolle in einer Umhüllung. Dann machten sie sich ans Werk, der eine begierig auf die Ausführung, der andere furchterfüllt, daran zu glauben.
Das Museum hatte Behänge wie ein Katafalk. Drei Kerzen brannten am Rande des Tisches, der gegen die Wand unter das Porträt von Bouvards Vater geschoben war, über dem man den Totenkopf erblickte. Sie hatten sogar eine Kerze ins Innere des Schädels gesteckt, und Strahlen kamen aus den beiden Augenhöhlen hervor.
In der Mitte dampfte auf einer Kohlenpfanne Weihrauch. Bouvard stand dahinter; und Pécuchet, der ihm den Rücken wandte, warf Hände voll Schwefel in die Asche.
Bevor man einen Toten anruft, bedarf man der Einwilligung der Dämonen. Da nun dieser Tag ein Freitag war, — welcher Tag Bechet gehört, — so mußte man sich in erster Linie an Bechet wenden. Nachdem Bouvard nach rechts und links gegrüßt, das Kinn gesenkt und die Arme erhoben hatte, begann er:
„Bei Ethaniel, Anazin, Ischyros...“
Er hatte das übrige vergessen.
Pécuchet flüsterte ihm schnell die Worte zu, die er auf einem Stück Pappe aufgezeichnet hatte: