Alles Zureden war nutzlos; sie verließ noch denselben Abend das Haus, da sie bei solchen Leuten nicht im Dienst bleiben wolle.
Germaine plauderte die Sache aus. Chamberlan verlor seine Stelle, und es entstand eine stumme Koalition gegen sie, die durch den Abbé Jeufroy, Frau Bordin und Foureau gebildet wurde.
Ihre Lebensweise, die nicht die der anderen war, mißfiel. Sie wurden verdächtig und flößten sogar eine unbestimmte Angst ein.
Was ihnen vollends in der Meinung der anderen den Rest gab, das war die Wahl ihres Dienstboten. In Ermangelung eines andern hatten sie Marcel ins Haus genommen.
Seine Hasenscharte, seine Häßlichkeit und sein Kauderwelsch machten ihn abstoßend. Ein Findelkind, war er auf gut Glück in der freien Natur aufgewachsen und hatte von seinem langen Elend einen unersättlichen Hunger behalten. Krepierte Tiere, verdorbener Speck, ein überfahrener Hund, alles war ihm recht, wofern nur das Stück groß war, und er war sanft wie ein Lamm, doch vollständig stumpfsinnig.
Die Dankbarkeit hatte ihn getrieben, sich den Herren Bouvard und Pécuchet als Diener anzubieten; und dann hoffte er auf außerordentlichen Gewinn, da er sie für Hexenkünstler hielt.
Gleich während der ersten Tage vertraute er ihnen ein Geheimnis an. Unter der Heide von Poligny hatte ehemals ein Mann einen Goldbarren gefunden. Die Geschichte wird bei den Historikern von Falaise erzählt; sie kennen den Schluß nicht: zwölf Brüder hatten, bevor sie auf eine Reise gingen, zwölf gleiche Barren längs der Straße von Chavignolles bis Bretteville vergraben, — und Marcel bestürmte seine Herren mit Bitten, die Nachforschungen wieder aufzunehmen. Diese Barren, so sagten sie sich, waren vielleicht zur Zeit der Auswanderung verscharrt.
Hier mußte man die Wünschelrute anwenden. Ihre Kräfte sind zweifelhaft. Jedoch studierten sie die Frage, — und sie erfuhren, daß ein gewisser Pierre Garnier sie mit wissenschaftlichen Gründen stützt: die Quellen und Metalle sollten winzige Körperchen ausströmen, die dem Holze wahlverwandt seien.
Das ist keineswegs wahrscheinlich! Doch wer weiß? Machen wir einen Versuch!
Sie schnitten sich eine Gabel aus Haselnuß, — und eines Morgens machten sie sich auf die Suche nach dem Schatz.