Die Krise ging zu Ende, als der Arzt ankam. Um Pécuchet besser betrachten zu können, hob er dessen Mütze in die Höhe, — er sah nun eine mit kupferroten Stellen bedeckte Stirn und sagte:
„Aha! Fructus belli! Das ist syphilitischer Ausschlag, mein Lieber! Pflegen Sie sich! zum Teufel! Mit der Liebe ist nicht zu spaßen.“
Beschämt setzte Pécuchet seine Mütze wieder auf, eine Art flacher Kappe, die sich über einem halbmondförmigen Schirm bauschte, und zu der er das Modell in Amoros’ Illustrationen gefunden hatte.
Die Worte des Doktors machten ihn starr. Er dachte darüber nach, die Augen in der Luft, — und plötzlich erfaßte ihn der Zustand wieder.
Vaucorbeil beobachtete ihn, dann stieß er Pécuchets Mütze mit dem geschnellten Finger an, daß sie herabfiel.
Pécuchet erlangte seine volle Besinnung wieder.
„Ich dachte es mir,“ sagte der Arzt, „der lackierte Schirm hypnotisiert Sie wie ein Spiegel, und diese Erscheinung ist bei Leuten nicht selten, die einen glänzenden Körper mit zu viel Aufmerksamkeit betrachten.“
Er gab an, wie man den Versuch mit Hühnern machen könne, bestieg seinen Klepper und verschwand langsam.
Eine halbe Stunde weiter bemerkten sie einen pyramidenförmigen Gegenstand, der sich am Horizont im Hofe eines Pachtgutes erhob. Man hätte das für eine ungeheure Dolde schwarzer Trauben halten können, die hier und dort rote Punkte zeigten. Es war, normännischem Brauch folgend, ein langer Mast mit Querstäben, auf denen Puten saßen und sich in der Sonne blähten.
„Laß uns hineingehen.“ Und Pécuchet sprach den Pächter an, der in ihren Wunsch willigte.