Die Phantasie dagegen ist eine besondere Fähigkeit sui generis.
So viel Umstände, Binsenwahrheiten zu beweisen, der pedantische Ton des Verfassers, die Eintönigkeit der Wendungen: „Wir sind bereit anzuerkennen, — Fort mit dem Gedanken. — Befragen wir unser Gewissen“, das ewig wiederkehrende Lob Dugald-Stewarts, kurz, der ganze Wortschwall ekelte sie so an, daß sie über das Willensvermögen hinweggingen und sich gleich an die Logik machten.
Und sie belehrte sie über Analyse, Synthese, Induktion, Deduktion und die hauptsächlichen Gründe unserer Irrtümer.
Fast alle rühren vom schlechten Gebrauch der Worte her.
„Die Sonne geht unter, das Wetter wird trübe, der Winter naht“, fehlerhafte Ausdrucksweisen, die den Glauben an persönliche Wesen hervorrufen müssen, wo es sich nur um ganz einfache Ereignisse handelt. „Ich erinnere mich jenes Gegenstandes, jenes Axioms, jener Wahrheit“, — Täuschung! Es sind die Ideen und nicht die Dinge, die im Ich bleiben, und ein genauer Sprachgebrauch verlangte: „Ich erinnere mich eines bestimmten Vorganges in meinem Geiste, durch welchen ich das Objekt wahrgenommen, aus welchem ich das Axiom abgeleitet habe, durch welches ich zur Annahme dieser Wahrheit gekommen bin.“
Da der Ausdruck, der einen Vorgang bezeichnet, diesen nie in allen seinen Modifikationen umfaßt, so versuchten sie, nur abstrakte Wörter zu verwenden, — so daß sie, anstatt zu sagen: „Laß uns ausgehen, — es ist Zeit zum Essen, — ich habe Koliken“, folgende Phrasen zutage förderten: „Ein Spaziergang wäre heilsam. — Die Stunde, Nahrung einzunehmen, ist da. — Ich verspüre ein Bedürfnis nach Ausleerung.“
Als sie mit der Logik vertraut geworden waren, prüften sie die verschiedenen Kriterien, zuerst dasjenige des gesunden Menschenverstandes.
Wenn der einzelne nichts wissen kann, warum sollten alle zusammen mehr wissen? Ein Irrtum, wäre er auch hundert Jahre alt, begründet deswegen, daß er alt ist, nicht eine Wahrheit! Die große Menge folgt immer dem alten Herkommen! Die Minderheit dagegen führt den Fortschritt herbei.
Soll man dem Zeugnis der Sinne Glauben schenken? Sie täuschen zuweilen, und sie belehren immer nur über den Schein. Der Kern der Dinge entgeht ihnen.
Die Vernunft bietet größere Sicherheit, da sie unwandelbar und unpersönlich ist, — doch um in Erscheinung zu treten, muß sie Fleisch werden. Da wird die Vernunft meine Vernunft; eine Regel hat wenig Bedeutung, wenn sie falsch ist. Nichts beweist, daß jene da richtig ist.