Man empfiehlt, sie durch die Sinne zu überwachen; doch die können die Finsternis verstärken. Aus einer undeutlichen Wahrnehmung wird ein mangelhaftes Gesetz gefolgert, das später die klare Anschauung von den Dingen stört.

Bleibt noch die Moral. Damit wird Gott auf die Stufe der Nützlichkeit herabgedrückt, als ob unsere Bedürfnisse der Maßstab des Absoluten wären!

Was die Evidenz betrifft, die von dem einen geleugnet, von dem anderen behauptet wird, so ist sie ihr eigenes Kriterium. Herr Cousin hat es bewiesen.

„Ich sehe nur noch die Offenbarung,“ sagte Bouvard. „Doch um an sie zu glauben, muß man eine vorausgehende doppelte Erkenntnis annehmen: die des Körpers, welcher empfunden hat, und die des Geistes, welcher wahrgenommen hat; man muß Empfindung und Vernunft annehmen, menschliche und infolgedessen verdächtige Zeugnisse.“

Pécuchet sann nach, legte die Arme übereinander. „Aber wir geraten in den schrecklichen Abgrund des Skeptizismus.“

Bouvard meinte, er sei nur schwachen Hirnen schrecklich.

„Danke für das Kompliment,“ erwiderte Pécuchet. „Indessen gibt es unbestreitbare Tatsachen. Man kann die Wahrheit bis zu einem gewissen Grade erlangen.“

„Bis zu welchem? Ergeben zwei und zwei immer vier? Ist der Inhalt in irgendeiner Hinsicht geringer als das Enthaltende? Was heißt ein annähernd Wahres, ein Bruchteil von Gott, der Teil einer unteilbaren Sache?“

„Ach! das sind nur Sophistereien!“ Und Pécuchet, verärgert, maulte drei Tage lang.

Sie verbrachten sie damit, die Inhaltsverzeichnisse mehrerer Bände durchzugehen. Bouvard lächelte von Zeit zu Zeit, — und, die Unterhaltung wieder anknüpfend: