„Wozu?“ erwiderte Pécuchet. „Den einen oder andern Tag wird die Form vergehen. Die Essenz geht nicht unter!“

„Ohne Zweifel,“ sagte der Arzt, „ist die Materie unzerstörbar! Indessen...“

„Aber nein! Aber nein! Das Unzerstörbare ist das Wesen. Dieser Leib, der da vor mir steht, der Ihrige, Doktor, hindert mich, Ihre Persönlichkeit zu kennen, ist sozusagen nur eine Verkleidung, oder vielmehr eine Maske.“

Vaucorbeil glaubte, Pécuchet sei verrückt geworden.

„Guten Abend! Pflegen Sie Ihre Maske!“

Pécuchet ließ nicht ab. Er verschaffte sich eine Einführung in die Hegelsche Philosophie, wollte sie Bouvard auseinandersetzen.

„Alles, was vernünftig ist, ist wirklich. Das einzig Wirkliche ist die Idee. Die Gesetze des Geistes sind die Gesetze des Weltalls, die Vernunft des Menschen ist identisch mit derjenigen Gottes.“

Bouvard stellte sich, als ob er verstehe.

„Also ist das Absolute zugleich das Subjekt und das Objekt, die Einheit, in der sich alle Unterschiede zusammenfinden. So werden die Gegensätze überwunden. Der Schatten macht das Licht möglich, das mit dem Warmen vermischte Kalte bringt die Temperatur hervor, der Organismus erhält sich nur durch die Zerstörung des Organismus, überall gibt es ein Prinzip, das trennt, ein Prinzip, das vereint.“

Sie waren auf dem künstlichen Hügel, und der Geistliche ging am Zaune vorbei, das Brevier in der Hand.