„Indessen, mein Herr, vor der Schöpfung...“
„Es hat keine Schöpfung stattgefunden. Sie ist immer dagewesen. Sonst wäre das ein neues Wesen, das zu dem göttlichen Gedanken hinzukommt, was widersinnig wäre.“
Der Priester erhob sich, Amtsgeschäfte riefen ihn.
„Ich schmeichle mir, ihn hineingelegt zu haben!“ sagte Pécuchet. „Noch ein paar Worte! Da die Existenz der Welt nur ein beständiger Durchgang des Lebens zum Tode und des Todes zum Leben ist, so ist, weit entfernt, daß alles sei, vielmehr nichts. Aber alles wird, begreifst du?“
„Ja! ich begreife, oder vielmehr nein!“
Der Idealismus brachte Bouvard schließlich zur Verzweiflung.
„Ich will nichts mehr davon hören; das berühmte cogito macht mich rasend. Man nimmt die Ideen der Dinge für die Dinge selbst. Man setzt auseinander, wovon man sehr wenig versteht, mit Hilfe von Worten, die man überhaupt nicht versteht! Substanz, Ausdehnung, Kraft, Materie und Seele. Lauter Abstraktionen, Phantastereien. Was Gott betrifft, unmöglich zu wissen, wie er ist, ob er überhaupt ist! Ehemals war er der Urheber des Windes, des Blitzes, der Revolutionen. Gegenwärtig nimmt seine Macht ab. Übrigens sehe ich seinen Nutzen nicht ein.“
„Und wo bleibt bei alledem die Moral?“
„Ja, da ist nichts zu machen!“
„Ihr fehlt die tatsächliche Grundlage,“ sagte sich Pécuchet im stillen.