Und sie machten sich daran, die Vorschriften der Kirche zu befolgen, der eine hoffnungerfüllt, der andere aus Trotz, denn Bouvard war überzeugt, daß er niemals gläubig werden würde. Einen Monat lang wohnte er regelmäßig dem Gottesdienste bei, wollte sich jedoch im Gegensatz zu Pécuchet nicht dem Fasten anbequemen.
War es eine hygienische Maßregel? Man weiß, was die Hygiene wert ist. Eine Sache der Konvenienz? Nieder mit der Konvenienz! Ein Zeichen der Unterwerfung unter die Kirche? Auch darauf pfiff er! Kurz, er erklärte diese Maßregel für verrückt, pharisäisch und dem Geiste des Evangeliums widersprechend.
Am Karfreitag der vorhergehenden Jahre hatten sie gegessen, was Germaine ihnen auftrug.
Doch dieses Mal hatte Bouvard sich ein Beefsteak bestellt. Er setzte sich an den Tisch, zerschnitt das Fleisch; — und Marcel betrachtete ihn entrüstet, während Pécuchet mit ernster Miene seinen Stockfisch abhäutete.
Bouvard hielt eine Zeitlang die Gabel in der einen, das Messer in der andern Hand. Dann entschloß er sich, einen Bissen an die Lippen zu bringen. Plötzlich begannen seine Hände zu zittern, sein dickes Gesicht erblaßte, sein Kopf fiel nach hinten.
„Ist dir schlecht?“
„Nein! Doch!“ — und er machte ein Geständnis. Infolge seiner Erziehung (es war das stärker als er), konnte er an diesem Tage kein Fleisch essen, weil er fürchtete, davon zu sterben.
Ohne seinen Sieg zu mißbrauchen, machte Pécuchet ihn sich zunutze, um auf seine Weise zu leben.
Eines Tages kam er heim, auf dem Gesichte den Ausdruck einer wirklichen Freude, und, das Wort wagend, sagte er, daß er soeben gebeichtet habe.
Da sprachen sie über die Bedeutung der Beichte.