Das Diner begann gegen zwei Uhr nachmittags, um gegen elf Uhr abends zu endigen.
Man trank Birnenmost, man gab Wortspiele zum besten. Der Abbé Pruneau verfaßte während des Mahles ein Akrostichon. Herr Bougon zeigte Kartenkunststücke, und Cerpet, ein junger Vikar, sang eine kleine Romanze mit galantem Einschlag. Solch ein Kreis zerstreute Bouvard. Er war am folgenden Tage weniger düster.
Der Pfarrer besuchte ihn häufig. Er stellte die Religion in anmutigen Farben dar. Was setzte man übrigens aufs Spiel? — und bald willigte Bouvard ein, zum Tisch des Herrn zu kommen. Pécuchet wollte zugleich mit ihm am Abendmahl teilnehmen.
Der große Tag nahte.
Die Kirche war wegen der Firmelung voll von Menschen. Die Bürger und Bürgerinnen drängten sich in ihren Bänken, und das geringe Volk stand dahinter oder auf der Empore über der Tür.
Was jetzt vor sich gehen sollte, war unbegreiflich, dachte Bouvard, doch die Vernunft reicht nicht aus, gewisse Dinge zu verstehen. Sehr große Männer haben dieses Wunder gläubig hingenommen. Geradesogut konnte er es tun, und in einer Art Betäubung betrachtete er den Altar, das Weihrauchfaß, die Leuchter, während der Kopf ihm etwas leer war, denn er hatte nichts gegessen, und er empfand eine sonderbare Schwäche.
Pécuchet geriet beim Nachsinnen über die Passion Jesu-Christi in Liebesbegeisterung. Er hätte dem Herren seine Seele darbringen mögen, die der andern, — und dazu die Verzückungen, die Visionen, die Erleuchtungen der Heiligen, alle Wesen, das ganze Weltall. Obgleich er mit Inbrunst betete, schienen ihm die verschiedenen Teile der Messe ein wenig lang.
Endlich knieten die kleinen Knaben auf der ersten Stufe des Altars nieder, wobei ihre Anzüge einen schwarzen Streifen bildeten, den blondes oder braunes Haar in ungleicher Linie überragte. Die kleinen Mädchen ersetzten sie; Schleier wallten unter ihren Kränzen herab; von weitem hätte man sie für weiße Wolken halten können, die sich in der Tiefe des Chors aneinanderreihten.
Dann kamen die großen Leute an die Reihe.
Der erste auf der Evangelienseite des Altars war Pécuchet, doch, ohne Zweifel aus zu großer Erregung, schwankte sein Kopf nach rechts und nach links. Der Pfarrer hatte Mühe, ihm die Hostie in den Mund zu stecken, und während er sie empfing, verdrehte er die Augen.