„Aber rechnen Sie es für nichts, daß so viele Frauen von ihren Ehegatten getrennt, so viele Kinder ihren Müttern entrissen wurden! Und das Wandern der Armen in die Verbannung über Schneefelder, an Abgründen vorbei! Man sperrte sie scharenweise in die Gefängnisse; kaum waren sie tot, so wurden sie durch den Schmutz geschleift.“

Der Abbé lächelte höhnisch: „Sie wollen mir nicht übelnehmen, wenn ich nichts davon glaube! Und unsere Märtyrer sind weniger zweifelhaft. Die heilige Blandina wurde nackt in einem Netz einer wütenden Kuh vorgeworfen. Die heilige Julia verendete unter Hieben, die man ihr gab. Dem heiligen Taracus, dem heiligen Probus und dem heiligen Andronikus hat man die Zähne mit einem Hammer ausgeschlagen, die Seiten mit eisernen Zinken zerfleischt, die Hände mit glühenden Nägeln durchbohrt, die Haut vom Schädel gerissen.“

„Sie übertreiben,“ sagte Pécuchet. „Das Ende der Märtyrer wurde in jenen Zeiten rednerisch ausgeschmückt.“

„Wieso rednerisch?“

„Aber ja doch, mein Herr, während ich dagegen Ihnen Geschichte erzähle. In Irland schlitzten die Katholiken schwangeren Frauen den Leib auf, um die Kinder herauszunehmen.“

„Niemals.“

„Und sie den Schweinen vorzuwerfen!“

„Gehen Sie!“

„In Belgien begruben sie sie bei lebendigem Leibe!“

„Welch ein Unsinn!“