„Die Vernunft sagt euch: Drei ist drei; und der Glaube erklärt: Drei ist eins.“
Sie verkehrten nicht mehr mit dem Abbé.
Es war zur Zeit des Italienischen Krieges.
Die gutgesinnten Leute zitterten für den Papst. Man schimpfte auf Emanuel. Frau von Noares stand nicht an, seinen Tod zu wünschen.
Bouvard und Pécuchet protestierten nur schüchtern. Wenn die Tür des Salons sich vor ihnen öffnete und sie sich im Vorüberschreiten in den hohen Spiegeln sahen und durch die Fenster die Alleen erblickten, wo die rote Weste eines Dieners sich von dem Grün abhob, empfanden sie ein Wohlgefühl; und der Luxus dieser Sphäre machte sie gegen das, was man dort sagte, nachsichtig.
Der Graf lieh ihnen die sämtlichen Werke des Herrn De Maistre. Er trug die darin enthaltenen Grundsätze in vertraulichem Kreise vor: vor Hurel, dem Pfarrer, dem Friedensrichter, dem Notar und dem Baron, seinem zukünftigen Schwiegersohn, der von Zeit zu Zeit für vierundzwanzig Stunden im Schloß zu Besuch weilte.
„Das Schrecklichste,“ sagte der Graf, „ist der Geist von 89! Zuerst bestreitet man das Dasein Gottes; dann kritisiert man die Regierung; dann kommt die Freiheit; die Freiheit für Beschimpfungen, für Auflehnung, für Sinnenlust oder besser gesagt, die Freiheit alles drunter und drüber gehen zu lassen, so daß schließlich die Religion und die Staatsgewalt die Freiheitsschwärmer, die Häretiker ächten müssen. Die Folge war allerdings, daß man über Verfolgung zeterte, als wenn die Henker die Verbrecher verfolgten. Ich sage kurz: Kein Staat ohne Gott! Denn das Gesetz kann nur geachtet werden, wenn es von oben kommt, und gegenwärtig handelt es sich nicht um die Italiener, sondern darum, ob die Revolution oder der Papst, Satan oder Jesus Christus den Sieg davonträgt.“
Herr Jeufroy gab seine Zustimmung durch kurze Zwischenrufe zu erkennen, Hurel durch ein Lächeln, der Friedensrichter durch Wiegen des Kopfes. Bouvard und Pécuchet blickten zur Decke; Frau von Noares, die Gräfin und Yolande machten Arbeiten für die Armen, und Herr von Mahurot sah, neben seiner Braut sitzend, die Zeitungen durch.
Dann traten Pausen ein, in denen jeder in die Untersuchung eines Problems vertieft schien. Napoleon III. war kein Retter mehr, und er gab sogar ein bedauerliches Beispiel, indem er die Maurer Sonntags an den Tuilerien arbeiten ließ.
„Das sollte nicht erlaubt sein,“ war die ständige Redensart des Herrn Grafen.