Wirtschaftspolitik, schöne Künste, Literatur, Geschichte, wissenschaftliche Doktrinen, über alles entschied er in seiner Eigenschaft als Christ und Familienvater, und wollte Gott, daß die Regierung in dieser Hinsicht dieselbe Strenge zeigte, die er in seinem Hause walten ließ! Die Regierung allein hat zu entscheiden, inwieweit die Wissenschaft gefährlich ist; zu weit verbreitet, erregt sie beim Volke verhängnisvollen Ehrgeiz. Es war glücklicher, dieses arme Volk, als die vornehmen Herren und die Bischöfe den Absolutismus des Königs mäßigten. Jetzt beuteten die Industriellen es aus. Es wird in Sklaverei verfallen.

Und alle beklagten den Verlust des alten Regimes: Hurel aus Unterwürfigkeit, Coulon aus Unwissenheit, Marescot als Künstler.

Als Bouvard glücklich wieder zu Hause war, stärkte er sich an Lamettrie, Holbach usw.; und Pécuchet sagte einem Glauben Valet, der ein Mittel der Regierung geworden war. Herr von Mahurot hatte am Abendmahl teilgenommen, um dadurch einen vorteilhafteren Eindruck auf „die Damen“ zu machen, und wenn er zum Gottesdienste ging, so geschah es wegen der Dienstboten.

Er war Mathematiker und Verehrer der Künste, spielte Walzer auf dem Klavier, bewunderte Töpffer und zeichnete sich durch eine Art vornehmer Skepsis aus. Was man über Mißbräuche der Feudalen, die Inquisition und die Jesuiten erzähle, seien Vorurteile, und er pries den Fortschritt, obschon er alles verachtete, was nicht Edelmann oder auf der Polytechnischen Hochschule gewesen war.

Auch Herr Jeufroy mißfiel ihnen. Er glaubte an Zauberei, machte Scherze über die heidnischen Götter, versicherte, daß alle Sprachen vom Hebräischen abgeleitet wären; seine Rhetorik beschränkte sich auf hergebrachte Wendungen; unfehlbar kam der zu Tode gehetzte Hirsch, Honig und Wermut, Gold und Blei, Spezereien, Urnen und der Vergleich der Seele des Christen mit dem Soldaten, die angesichts der Sünde sagen muß: „Hier ist kein Zugang für dich!“

Um seinen Vorträgen zu entgehen, gingen sie so spät wie möglich ins Schloß.

Eines Tages jedoch trafen sie ihn dort.

Seit einer Stunde wartete er auf seine beiden Schüler. Plötzlich trat Frau von Noares ein.

„Die Kleine ist verschwunden. Ich bringe Viktor. Ach! der Unselige!“

Sie hatte in seiner Tasche einen silbernen Fingerhut gefunden, der seit drei Tagen vermißt wurde; dann von Schluchzen erstickt: