Um den größten standen etwa dreihundert Personen; und unter Anweisung des Bürgermeisters, des Herrn Foureau, in dreifarbiger Schärpe, zogen Burschen mit Stangen und Haken das Stroh vom Gipfel, um das übrige zu retten.

Bouvard hätte in seinem Eifer beinahe Frau Bordin umgerannt, die dort stand. Dann bemerkte er einen von seinen Leuten und überhäufte ihn mit Schimpfreden, weil er ihn nicht benachrichtigt habe. Der Knecht war jedoch aus übermäßigem Eifer zuerst ins Haus gerannt, dann zur Kirche, schließlich zu seinem Herrn und war einen andern Weg zurückgekommen.

Bouvard verlor den Kopf. Sein Gesinde umringte ihn, alle sprachen zugleich, und er untersagte, die Schober abzutragen; er bat inständig um Hilfe, forderte Wasser, verlangte die Feuerwehr.

„Haben wir denn eine!“ rief der Bürgermeister.

„Das ist Ihre Schuld!“ erwiderte Bouvard.

Er wurde hitzig, brachte unziemliche Reden vor, und alle bewunderten Herrn Foureaus Geduld, der doch brutal war, wie seine dicken Lippen und sein Bulldoggenkiefer anzeigten.

Die Hitze der Schober wurde so stark, daß man ihnen nicht mehr nahe kommen konnte. Knisternd drehte sich das Stroh unter den verzehrenden Flammen; die Getreidekörner peitschten das Gesicht wie Bleikugeln. Dann stürzte der Haufe zu einer großen Glutmasse zusammen; Funken stoben daraus hervor; und Schimmer wogten über diese rote Masse, die in den wechselnden Tönen rotgoldene Stellen zeigte und andere, die braun waren wie geronnenes Blut. Die Nacht war hereingebrochen, der Wind blies; Rauchwirbel hüllten die Menge ein. Von Zeit zu Zeit fuhr ein Funke über den dunklen Himmel.

Bouvard betrachtete den Brand unter leisem Weinen. Seine Augen verschwanden hinter ihren geschwollenen Lidern, und sein ganzes Gesicht war wie von Schmerz geweitet. Frau Bordin rief ihm zu, während sie mit den Fransen ihres grünen Schals spielte: „Armer Herr Bouvard!“ Sie versuchte ihn zu trösten. Da man nichts daran ändern könne, müsse er sich ins Unabänderliche fügen.

Pécuchet weinte nicht. Sehr blaß oder vielmehr erdfahl, mit offenem Munde und kaltem, klebrigem Schweiß im Haar, hielt er sich abseits, in seine Betrachtungen versunken. Doch der Pfarrer, der plötzlich aufgetaucht war, murmelte mit schmeichlerischer Stimme: