„Ach, welch ein Unglück, fürwahr; das ist sehr betrüblich! Seien Sie sicher, daß ich Anteil nehme...“
Die anderen heuchelten keine Trauer. Sie plauderten lächelnd, die Hand zum Schutz gegen die Flammen erhoben. Ein Alter hob die brennenden Halme auf, um seine Pfeife anzuzünden. Kinder begannen zu tanzen. Ein Schelm rief sogar, das sei recht spaßig.
„Ja, der ist gut, der Spaß!“ antwortete Pécuchet, der es gerade gehört hatte.
Das Feuer nahm ab, die Haufen fielen zusammen, und eine Stunde darauf waren nur noch Aschenreste übrig, die auf dem Gelände runde schwarze Stellen bildeten. Da ging man nach Hause.
Frau Bordin und der Abbé Jeufroy begleiteten die Herren Bouvard und Pécuchet bis zu ihrer Wohnung.
Auf dem Wege machte die Witwe ihrem Nachbar in sehr liebenswürdiger Weise Vorwürfe über sein ungeselliges Wesen, und der Geistliche drückte seine volle Verwunderung aus, daß er bis jetzt noch nicht die Bekanntschaft eines so ausgezeichneten Mitgliedes seines Kirchspiels habe machen können.
Alleingelassen suchten sie die Ursache des Brandes, und anstatt wie alle anderen zu erkennen, daß das feuchte Stroh sich von selbst entzündet hatte, vermuteten sie einen Racheakt. Es war ohne Zweifel das Werk Meister Gouys oder vielleicht des Maulwurffängers. Sechs Monate zuvor hatte Bouvard seine Dienste zurückgewiesen und sogar vor einem Zuhörerkreise die Ansicht vertreten, die Regierung müsse diesen Erwerbszweig untersagen, da er verderblich sei. Seit jener Zeit trieb sich der Mensch in der Umgegend umher. Er hatte seinen Bart wachsen lassen und schien ihnen furchtbar, besonders des Abends, wenn er sich am Rande der Höfe zeigte und seinen langen Stecken, der mit aufgehangenen Maulwürfen besetzt war, schüttelte.
Der Schaden war beträchtlich, und um sich über ihre Lage zu vergewissern, arbeitete Pécuchet acht Tage lang über Bouvards Buchungen, die ihm ein „wahres Labyrinth“ zu sein schienen. Nachdem er das Tagebuch, die Korrespondenz und das Hauptbuch, das mit Bleistiftnotizen und Verweisungen bedeckt war, verglichen hatte, erkannte er die Wahrheit: keine Ware zu verkaufen, keine Gelder einzukassieren, und in der Kasse nichts. An Stelle des Kapitals figurierte ein Fehlbetrag von dreiunddreißigtausend Franken.
Bouvard wollte es nicht glauben, und mehr als zwanzigmal fingen sie von neuem an zu rechnen. Sie kamen immer zu demselben Schlußergebnis. Noch zwei Jahre einer solchen Ackerwirtschaft, und ihr Vermögen ging darauf! Die einzige Abhilfe war, zu verkaufen.
Auf jeden Fall mußte man einen Notar um Rat fragen. Der Gang war peinlich; Pécuchet unterzog sich ihm.