Der Ansicht des Herrn Marescot zufolge war es besser, keine Zettel anzukleben. Er wollte ernsthaften Käufern gegenüber von dem Pachthof sprechen und deren Vorschläge abwarten.

„Sehr gut,“ sagte Bouvard, „man hat Zeit vor sich.“ Er wollte einen Pächter nehmen, dann würde man sehen. „Wir werden nicht unglücklicher sein als früher; nur sind wir jetzt aufs Sparen angewiesen.“

Das durchkreuzte Pécuchets Absichten hinsichtlich der Gartenbebauung, und einige Tage darauf sagte er:

„Wir sollten uns ausschließlich der Obstbaumkultur widmen, nicht zum Vergnügen, sondern aus Spekulation. Eine Birne, die drei Sous Unkosten macht, wird in der Hauptstadt oft für fünf bis sechs Franken verkauft. Mit Aprikosen erzielen Gärtner ein Einkommen von fünfundzwanzigtausend Livres. In Sankt Petersburg bezahlt man im Winter Trauben die Dolde mit einem Napoleon. Das ist ein guter Erwerb, das wirst du zugeben. Und was sind die Kosten? Sorgfalt, Dünger und das Schleifen des Gartenmessers!“

Er regte Bouvards Einbildungskraft so an, daß sie sogleich aus ihren Büchern eine Liste der zu kaufenden Setzlinge zusammenstellten, und nachdem sie die Namen ausgewählt hatten, die ihnen am merkwürdigsten vorkamen, wandten sie sich an einen Baumschulgärtner zu Falaise; er lieferte ihnen schleunigst dreihundert Stämme, die er nicht anbringen konnte.

Sie ließen einen Schlosser für die Spalierstangen kommen, einen Eisenhändler zum Spannen des Drahtes der Spaliere, einen Zimmermann für die Stützen. Die Formen der Bäume waren im voraus gezeichnet. Auf die Mauer genagelte Lattenstücke bildeten Kandelaber. Zwei Pfähle an jedem Ende der Langbeete dienten als Stützen zur wagerechten Führung der Drähte; und im Obstgarten deuteten Reifen die Form von Vasen, dünne Stäbe in kegelförmiger Anordnung die von Pyramiden an, so daß die Besucher Teile einer unbekannten Maschinerie oder Gerüste von Feuerwerkskörpern zu sehen glaubten.

Nachdem die Pflanzlöcher ausgeworfen waren, beschnitten sie die Spitzen der Wurzeln, sowohl der guten wie der schlechten, und setzten sie in Kompost ein. Sechs Monate darauf waren die jungen Bäume eingegangen. Neue Bestellungen beim Gärtner und neue Pflanzungen in noch tiefere Löcher folgten. Doch da der Regen den Boden aufweichte, sanken die Augen von selbst in die Erde, und die Bäume wurzelten ab.

Als der Frühling gekommen war, gab Pécuchet sich an das Beschneiden der Birnbäume. Er ließ die Nebenstämme stehen, verschonte die unfruchtbaren Zweige, und da er sich darauf versteifte, die Duchesse-Birnen, die einarmige Kordons bilden sollten, rechtwinklig umzubiegen, so brach oder riß er sie unweigerlich ab. Bei den Pfirsichen konnte er sich nicht in den Leitzweigen, den früheren oder späteren Trieben zurechtfinden. Leere und volle Stellen fanden sich immer da ein, wo er sie nicht brauchen konnte; und es war unmöglich, an dem Spalier ein vollkommenes Rechteck mit sechs Zweigen zur Rechten und sechs Zweigen zur Linken zu bekommen, von den beiden Leitzweigen abgesehen, so daß das Ganze eine schöne Fischgräte gebildet hätte.

Bouvard versuchte die Aprikosen zu ziehen; sie zeigten sich widerspenstig. Er schnitt ihre Stämme bis zur Erde weg; keiner schlug wieder aus. Die Kirschbäume, denen er Einschnitte gemacht hatte, brachten Harz hervor.

Zuerst beschnitten sie sehr weit, wodurch die Augen am Grunde eingingen, dann zu kurz, was Wasserreiser zur Folge hatte; und häufig waren sie in Verlegenheit, da sie die Holztriebe nicht von den Blütenknospen unterscheiden konnten. Sie hatten sich über die Blüte gefreut; aber nachdem sie ihren Irrtum erkannt hatten, rissen sie dreiviertel davon ab, um das übrige zu kräftigen.