Beständig redeten sie von Saft und Kambium, von Einspalieren, Beschneiden und Wegnehmen der Augen. In ihrem Eßzimmer hing in einem Rahmen die Liste ihrer Setzlinge, deren Nummer sich im Garten auf einem kleinen Holze am Fuße des Baumes wiederholte.

Sie erhoben sich mit der Morgenröte und arbeiteten bis in die Nacht, den Basthalter am Gürtel. Während der kühlen Frühlingsmorgen behielt Bouvard seine Trikotjacke unter seiner Bluse, Pécuchet seinen alten Rock unter seinem langen Leinwandkittel, und die Leute, die am Gitter vorübergingen, hörten sie durch den Nebel husten.

Zuweilen zog Pécuchet sein Handbuch aus der Tasche, und er studierte stehend einen Absatz; die Schaufel neben sich in der Haltung des Gärtners, der den Titel des Buches zierte. Diese Ähnlichkeit war ihm sogar sehr schmeichelhaft. Der Verfasser stieg dadurch in seiner Achtung.

Bouvard hockte beständig oben auf einer Leiter vor den Pyramiden. Eines Tages wurde er von Schwindel erfaßt, und da er nicht wagte, herunterzuklettern, schrie er, Pécuchet möge ihm zu Hilfe kommen.

Endlich zeigten sich die Birnen, und im Obstgarten gab es Pflaumen. Da wandten sie gegen die Vögel alle Künste an, die man empfiehlt. Doch die Spiegelglasscheiben flimmerten so, daß sie davon geblendet waren, das Klappern der Windmühle weckte sie in der Nacht, und die Sperlinge setzten sich auf den Strohmann. Sie verfertigten einen zweiten und sogar einen dritten, deren Kostüme sie anders gestalteten, doch ohne Erfolg.

Doch konnten sie auf ein paar Früchte hoffen. Pécuchet hatte gerade seine Aufzeichnungen darüber an Bouvard gegeben, als plötzlich der Donner grollte und der Regen fiel — ein schwerer, heftiger Regen. Der Wind schüttelte in Zwischenräumen die ganze Fläche der Spaliere. Die Stützen legten sich eine nach der anderen zu Boden — und an den unglücklichen Pyramiden, die im Winde schwankten, stießen die Birnen aneinander.

Pécuchet hatte sich, als er vom Sturzregen überrascht wurde, in die Hütte geflüchtet. Bouvard hielt sich in der Küche auf. Sie sahen, wie vor ihnen Holzsplitter, Zweige, Schieferstücke im Winde umherwirbelten, — und die Seemannsfrauen, die zehn Meilen von dort an der Küste auf das Meer auslugten, schauten nicht sehnsüchtiger und waren nicht beklommener im Herzen. Dann stürzten plötzlich die Träger und Stangen der Gegenspaliere auf die Beete.

Welches Bild, als sie ihren Rundgang machten! Die Kirschen und Pflaumen bedeckten das Gras zwischen den Hagelkörnern, die schmolzen. Die Passecolmar waren vernichtet, ebenso wie die Bési-des-vétérans und die Triomphes-de-Jordoigne. Kaum, daß von den Äpfeln einige Bons-papas blieben, — und zwölf Tétons-de-Vénus, die ganze Pfirsichernte, rollten in den Wasserlachen neben dem entwurzelten Buchsbaum.

Nach dem Mahle, bei dem sie sehr wenig aßen, sagte Pécuchet sanft:

„Wir täten gut, auf dem Pachthof nachzusehen, ob nicht etwas vorgefallen ist?“