Der Dieb, der Mörder, der Ehebrecher, sie brauchen ihre Verbrechen nur auf das Schuldkonto ihrer Buckel zu setzen.

Bouvard wandte ein, daß das Organ für die Tat geneigt mache, ohne indessen dazu zu zwingen. Wenn ein Mensch den Keim eines Lasters in sich trage, sei damit noch nicht gesagt, daß er lasterhaft sein wird.

„Übrigens bewundere ich die Orthodoxen; sie behaupten das Vorhandensein angeborener Ideen und wollen von den Trieben nichts wissen. Welch ein Widerspruch!“

Doch nach Herrn Jeufroys Ansicht leugnete die Phrenologie die göttliche Allmacht, und es sei ungehörig, sie im Schatten des heiligen Ortes, gar angesichts des Altars, auszuüben.

„Nein, nicht hier! Ich bitte Sie, nicht hier!“

Sie ließen sich bei dem Friseur Ganot nieder. Um jedes Bedenken zu besiegen, verstanden sich Bouvard und Pécuchet dazu, auf eigene Kosten die Eltern rasieren oder frisieren zu lassen.

Eines Nachmittags kam der Doktor, um sich das Haar schneiden zu lassen. Während er sich in den Sessel setzte, sah er im Spiegel, wie die beiden Phrenologen mit ihren Fingern auf den Kinderköpfen herumfuhren.

„Sind Sie jetzt bei diesem Unsinn angelangt?“ fragte er.

„Warum Unsinn?“