Vaucorbeil lächelte verächtlich, dann versicherte er, es gäbe im Gehirn keineswegs mehrere Organe.
So verdaue der eine Mensch ein Nahrungsmittel, welches einem andern nicht bekommt. Solle man deshalb im Magen ebensoviele Mägen annehmen als es Geschmäcker gibt? Indessen lasse eine Arbeit von einer anderen ausruhen, eine geistige Anstrengung nähme nicht zugleich alle Fähigkeiten in Anspruch, jede habe einen besonderen Sitz.
„Die Anatomen haben ihn nicht gefunden,“ sagte Vaucorbeil.
„Weil sie nicht richtig seziert haben,“ erwiderte Pécuchet.
„Wieso?“
„Na ja; sie zerlegen in Schnitte, ohne Rücksicht auf den Zusammenhang der Teile,“ sagte Pécuchet, eine Stelle aus einem Buche zitierend, deren er sich erinnerte.
„Das ist dummes Geschwätz,“ rief der Arzt. „Der Schädel modelt sich nicht nach dem Gehirn, das Äußere nicht nach dem Innern.
Gall irrt, und ich wette, daß Sie die Richtigkeit seiner Lehre nicht erweisen können, wenn Sie aufs Geratewohl drei Personen im Laden vornehmen.“
Die erste war eine Bäuerin mit blauen Glotzaugen.