„Ich ebensowenig vor Ihnen!“

Coulon trat vermittelnd dazwischen, brachte den Feldhüter zur Mäßigung und veranlaßte ihn, fortzugehen.

Ein paar Minuten sagte niemand ein Wort. Dann sprach man von den Dahlien des Hauptmanns, der seinen Besuch nicht fortließ, ohne sie eine nach der andern gezeigt zu haben.

Bouvard und Pécuchet waren auf dem Heimwege, als sie hundert Schritte vor sich Placquevent erblickten; neben ihm hob Zéphyrin die Arme wie als Schild, um sich gegen Ohrfeigen zu schützen.

Was sie soeben gehört hatten, verkörperte unter anderen Formen die Ideen des Herrn Grafen; aber das Beispiel ihrer Zöglinge sollte beweisen, wie sehr die Freiheit dem Zwange überlegen ist. Ein wenig Zucht war indessen notwendig.

Pécuchet nagelte einen Stundenplan für die Vorträge in das Museum; man wollte ein Tagebuch führen, in dem abends alles, was die Kinder tagsüber getan hatten, aufgezeichnet werden sollte, um am nächsten Morgen wieder durchgelesen zu werden. Alles sollte nach Glockenzeichen vor sich gehen. Wie Dupont von Nemours wollten sie zuerst in väterlicher Weise ermahnen, dann in militärischer, und das Du wurde untersagt.

Bouvard versuchte, Viktorine Rechenunterricht zu geben. Manchmal verrechneten sie sich und lachten beide darüber; dann küßte sie ihn auf den Hals an der Stelle, wo kein Bart war, und bat, fortgehen zu dürfen; er entließ sie.

Pécuchet mochte, wenn die Zeit der Lehrstunden nahte, das Glockenzeichen geben, so oft er wollte, und militärische Befehle aus dem Fenster herausschreien, der Schlingel kam nicht. Seine Halbstrümpfe hingen ihm immer auf die Knöchel; er steckte seine Finger selbst bei Tisch in die Nase und hielt seine Gase nicht an sich. Broussais widerrät, in dieser Beziehung Verweise zu geben, „denn man muß dem Antrieb eines erhaltenden Instinktes gehorchen.“

Viktorine und ihr Bruder bedienten sich eines scheußlichen Kauderwelsch. Sie sagten: „mé itou“ statt „moi aussi“, „bère“ statt „boire“, „al“ statt „elle“, ein „devientiau“, „de l’iau“; doch da die Grammatik für Kinder unverständlich ist und sie diese kennen, sobald sie richtig zu sprechen vermögen, so überwachten die beiden Biedermänner die Gespräche der Kinder in einer Weise, daß es ihnen allen eine Last war.

In der Geographie gingen ihre Ansichten auseinander. Bouvard meinte, es sei logischer, mit der Gemeinde anzufangen, Pécuchet, mit der Gesamtheit der Welt.