„Es ist immer möglich, das Versäumte wieder gut zu machen. Nun, gräme dich nicht. Ich übernehme.... wenn du willst.“

Pécuchet erwiderte seufzend, man müsse den Gedanken daran aufgeben; und sie setzten ihre Physiologie fort.

Ist es wahr, daß die Oberfläche unseres Körpers beständig einen feinen Dunst absondert? Das wird durch die Tatsache bewiesen, daß das Gewicht des Menschen mit jeder Minute abnimmt. Wenn jeden Tag ein Ersatz des Fehlenden und eine Entziehung des Überschüssigen stattfindet, muß die Gesundheit in vollkommenem Gleichgewicht erhalten bleiben. Sanctorius, der Erfinder dieses Gesetzes, verwandte ein halbes Jahrhundert darauf, täglich seine Nahrung wie alle seine Ausscheidungen zu wiegen, und er wog sich selbst und unterbrach sich dabei nur, um seine Berechnungen aufzuschreiben.

Sie versuchten, Sanctorius nachzuahmen. Doch da ihre Wage nicht beide zugleich tragen konnte, so fing Pécuchet an.

Er zog seine Kleider aus, um die Schweißabsonderung nicht zu hindern, und hielt sich vollständig nackt auf dem Wagebrett, wobei er trotz seiner Schamhaftigkeit seinen sehr langen, zylinderförmigen Rumpf nebst seinen kurzen Beinen, platten Füßen und brauner Haut sehen ließ. Auf einem Stuhle daneben sitzend las ihm sein Freund vor.

Die Gelehrten behaupten, daß die animalische Wärme sich durch die Zusammenziehung der Muskeln entwickelt und daß es möglich ist, die Temperatur eines warmen Bades zu erhöhen, wenn man die Brust und die Körperteile am Becken bewegt.

Bouvard holte ihre Badewanne, und als alles bereit war, tauchte er, mit einem Thermometer versehen, hinein.

Die Trümmer der Branntweinbrennerei, die man in den hinteren Teil des Raumes gefegt hatte, bildeten undeutlich einen kleinen Berg im Schatten. Zuzeiten hörte man das Knabbern der Mäuse; ein alter Geruch von aromatischen Pflanzen durchdrang die Luft, — und da sie sich dort sehr wohl fühlten, plauderten sie mit Heiterkeit.

Indessen fühlte Bouvard eine leichte Kühle.

„Bewege deine Glieder!“ sagte Pécuchet.