Die übrigen Versuche mißglückten. Entgegen der Angabe der Verfasser starben die Tauben, denen sie ihr Blut abzapften, in demselben Zeitraum, gleichviel, ob ihr Magen voll oder leer war. Kleine Katzen verendeten, unter Wasser gehalten, nach Verlauf von fünf Minuten; und eine Gans, die sie mit Türkischrot gestopft hatten, zeigte eine vollkommen weiße Knochenhaut.
Die Ernährung beunruhigte sie.
Wie kommt es, daß derselbe Saft Knochen, Blut, Lymphe und die Ausscheidungsstoffe hervorbringt? Doch man kann die Verwandlungen eines Nahrungsmittels nicht verfolgen. Ein Mensch, der nur ein einziges verbraucht, ist in chemischer Hinsicht demjenigen gleich, der mehrere in sich aufnimmt. Vauquelin, der den ganzen Kalk berechnet hatte, der im Haferfutter eines Huhnes enthalten ist, fand mehr davon in den Schalen seiner Eier. Also findet eine Neuschaffung der Substanzen statt. Auf welche Weise? Darüber weiß man nichts.
Man weiß nicht einmal, wie groß die Kraft des Herzens ist. Borelli nimmt an, sie müsse groß genug sein, um ein Gewicht von hundertachtzigtausend Pfund zu heben, und Kiell schätzt sie auf ungefähr acht Unzen, woraus sie schlossen, daß die Physiologie (einem alten Wort zufolge) der Roman der Medizin ist. Da sie unfähig waren, sie zu verstehen, so glaubten sie nicht daran.
Ein Monat ging in Untätigkeit hin. Dann dachten sie an ihren Garten.
Der abgestorbene Baum, der mitten darin lag, war hinderlich; sie hieben ihn in Stücke. Die Arbeit ermüdete sie. Bouvard war sehr oft genötigt, sich seine Werkzeuge beim Schmied aufarbeiten zu lassen.
Als er sich eines Tages dorthin begab, vertrat ihm ein Mann mit einem Leinwandsack auf dem Rücken den Weg. Er bot ihm Almanache, fromme Bücher, geweihte Münzen, schließlich das „Handbuch der Gesundheit“ von François Raspail an.
Die kleine Schrift gefiel ihm so, daß er an Barberou schrieb, er möge ihm das große Werk schicken. Barberou sandte es und gab in seinem Briefe eine Apotheke für die Arzneimittel an.
Die Klarheit der Lehre bestach sie. Alle krankhaften Zustände rühren von Würmern her. Sie verderben die Zähne, höhlen die Lungen, verursachen Schwellungen der Leber, verheeren die Eingeweide und verursachen Geräusche darin. Das beste Mittel gegen die Würmer ist der Kampher. Bouvard und Pécuchet nahmen ihn in Gebrauch. Sie schnupften ihn, knabberten ihn und verteilten Zigaretten, Fläschchen mit Beruhigungswasser und Aloepillen. Sie unternahmen sogar die Behandlung eines Buckligen.
Es war ein Knabe, den sie an einem Jahrmarktstage zufällig gefunden hatten. Seine Mutter, ein Bettelweib, brachte ihn jeden Morgen zu ihnen. Sie rieben seinen Buckel mit kamphorisiertem Fett, legten zwanzig Minuten lang einen Senfumschlag darauf, bedeckten ihn dann mit Bleipflaster und gaben ihm, um sicher zu sein, daß er wiederkäme, zu frühstücken.