Vaucorbeil nahm dieses Wort für eine Anspielung auf die Flechte der Frau Bordin, eine Angelegenheit, welche die Witwe herumgeplaudert hatte. Die Erinnerung daran ärgerte ihn.

„In erster Linie muß man praktische Erfahrung haben.“

„Die, welche Umwälzungen in der Wissenschaft herbeigeführt haben, hatten keine! Van Helmont, Boerhaave, selbst Broussais.“

Ohne zu antworten, beugte sich Vaucorbeil über Gouy und sagte mit erhobener Stimme:

„Wen von uns beiden wählen Sie zu Ihrem Arzt?“

Der Kranke bemerkte durch seine Schlaftrunkenheit hindurch zornentstellte Gesichter und fing an zu weinen.

Seine Frau wußte ebenfalls nicht, was sie antworten sollte; denn der eine war geschickt, aber der andere besaß vielleicht ein Geheimnis.

„Schön!“ sagte Vaucorbeil, „da Sie schwanken zwischen einem Manne, der ein Diplom besitzt...“ — Pécuchet lächelte spöttisch. — „Warum lachen Sie?“

„Weil ein Diplom nicht immer etwas beweist!“

Der Doktor war in seinem Broterwerb, in seinen Vorrechten, in seiner sozialen Stellung bedroht. Sein Zorn brach hervor: