„Es sind Halbkörper aus Leder, die man für die Hebammenschülerinnen erfunden hat. Ich glaube, ich würde den Fötus umdrehen können!“

Aber Bouvard war der Medizin müde.

„Die Triebfedern des Lebens sind uns verborgen, die Krankheiten zu zahlreich, die Heilmittel von zweifelhafter Wirkung, — und man findet in den Büchern keine vernünftige Definition der Gesundheit, der Krankheit, der Diathese, nicht einmal des Eiters!“

Indessen hatte die ganze Lektüre ihr Hirn verwirrt.

Bouvard bildete sich gelegentlich einer Erkältung ein, daß eine Lungenentzündung bei ihm im Anzuge sei. Da Blutegel die Seitenstiche nicht gemildert hatten, nahm er seine Zuflucht zu einem Blasenpflaster, dessen Wirkung sich auf die Nieren schlug. Da glaubte er sich von Gallensteinen bedroht.

Pécuchet bekam beim Auslichten des Laubenganges den Fluß in die Glieder und gab darnach seine Mahlzeit wieder von sich, was ihn sehr erschreckte; als er dann bemerkte, daß seine Hautfarbe ein wenig gelb war, argwöhnte er eine Krankheit der Leber und fragte sich:

„Habe ich Schmerzen?“

Und kam dann schließlich dahin, welche zu haben.

Während sie sich gegenseitig trübsinnig machten, betrachteten sie ihre Zunge, fühlten sich den Puls, griffen zu einem andern Mineralwasser, nahmen Abführmittel, — und hatten Furcht vor Kälte, Hitze, Wind, Regen, Fliegen und besonders vor der Zugluft.