Von weitem sah er schon den Wagen seines Chefs auf der Straße halten. Ein Mann in leinenem Kittel stand daneben und hielt das Pferd. Der Apotheker und der Notar plauderten miteinander. Man wartete auf ihn.

„Lassen Sie sich noch einmal umarmen!“ sagte Homais, Tränen in den Augen. „Hier ist Ihr Mantel, mein lieber Freund! Erkälten Sie sich unterwegs nicht! Schonen Sie sich recht und nehmen Sie sich ordentlich in acht!“

„Einsteigen, Herr Düpuis!“ mahnte der Notar.

Der Apotheker beugte sich über das Spritzleder und stammelte mit tränenerstickter Stimme nichts als die beiden wehmütigen Worte:

„Glückliche Reise!“

„Guten Abend, Herr Apotheker!“ rief Guillaumin. „Los!“

Die beiden fuhren weg, und Homais wandte sich heimwärts.


Frau Bovary hatte das nach dem Garten gehende Fenster ihres Zimmers geöffnet und betrachtete die Wolken. In der Richtung nach Rouen, nach Westen zu, standen sie zusammengeballt. Leichteres finsteres Gewölk zog von daher im raschen Fluge heran, durchleuchtet von schrägen Sonnenstrahlen, die wie die goldnen Strahlenbündel einer aufgehängten Trophäe hervorschossen. Der übrige wolkenlose Teil des Himmelszeltes war weiß wie Porzellan. Ruckweise Windstöße beugten die Häupter der Pappeln; plötzlich rauschte Regen herab und prasselte durch das grünschimmernde Laubwerk. Bald kam die Sonne wieder heraus. Die Hennen gackerten. Die Spatzen schüttelten ihre Flügel auf dem nassen Gezweig, und in den Wasserrinnen auf dem sandigen Boden schwammmen rote Akazienblüten.

„Wie weit mag er nun schon sein!“ dachte sie.