Halb sieben, beim Essen, erschien Homais gewohnterweise.

„Na,“ sagte er, indem er sich an den Tisch setzte, „unsern jungen Freund hätten wir glücklich verfrachtet!“

„Wie man mir berichtet hat“, gab der Arzt zur Antwort. Sich auf seinem Stuhle nach ihm wendend, fuhr er fort: „Und was gibts bei Ihnen Neues?“

„Nichts weiter. Meine Frau war heute nachmittag nur ein bißchen aufgeregt. Sie wissen, die Frauen sind immer gleich aus dem Häuschen. Und meine ganz besonders! Aber man soll ihnen daraus keinen Vorwurf machen. Ihre Nerven sind eben zarter besaitet als unsre.“

„Der arme Leo,“ bemerkte Karl, „wie wirds ihm in Paris ergehen? Wird er sich dort einleben?“

Frau Bovary seufzte.

„Natürlich!“ meinte der Apotheker und schnalzte mit der Zunge. „Feine Soupers! Maskenbälle! Sekt! Daran gewöhnt man sich schon, versichre ich Ihnen.“

„Ich glaube nicht, daß er unsolid werden wird“, warf Bovary ein.

„Gott bewahre!“ entgegnete Homais lebhaft. „Aber mit den Wölfen wird er halt heulen müssen. Sonst wird er als Duckmäuser verschrien. Sie haben keine Ahnung, was diese Kerlchens im Studentenviertel für ein flottes Leben führen! Mit ihren kleinen Mädchen! Übrigens sind die Studenten in Paris überall gern gesehen. Wenn einer nur ein bißchen gesellige Talente hat, stehen ihm die allerbesten Kreise offen. Und es gibt sogar in der Vorstadt Saint-Germain feine Damen, die sich Studenten zu Liebsten nehmen, und das gibt ihnen dann die beste Gelegenheit, sich reich zu verheiraten.“

„Das mag schon sein,“ sagte der Arzt, „ich habe nur Angst, er ... wird ... dort ...“