Matho hatte Lust, diesen Vorschlag dem Marschall persönlich zu überbringen. Aber einer seiner Libyer übernahm das Wagnis. Als man ihn abziehen sah, waren alle überzeugt, daß er nie wiederkäme.

Er kehrte noch am selben Abend zurück.

Hamilkar nahm die Herausforderung an. Man sollte sich am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang in der Ebene von Rades treffen.

Die Söldner wollten wissen, ob Hamilkar noch etwas gesagt hätte, und der Libyer berichtete weiter:

»Als ich vor ihm stehen blieb, fragte er mich, worauf ich noch wartete. Ich antwortete: ›Daß man mich töte!‹ Da erwiderte er: ›Nein! Geh! Du stirbst morgen mit den andern!‹«

Diese Großmut verwunderte die Barbaren. Viele waren entsetzt darüber, und Matho bedauerte, daß der Bote nicht getötet worden war.


Matho hatte noch dreitausend Afrikaner, zwölfhundert Griechen, fünfzehnhundert Kampaner, zweihundert Iberer, vierhundert Etrusker, fünfhundert Samniter, vierzig Gallier und eine Schar Naffurs, das waren heimatlose Banditen, die er im Dattellande aufgetrieben hatte, insgesamt siebentausend zweihundert und neunzehn Soldaten, aber darunter keine einzige vollständige Kompagnie. Die Truppen hatten die Löcher ihrer Harnische mit den Schulterblättern von Vierfüßlern geflickt und ihre Panzerstiefel durch Sandalen aus Lumpen ersetzt. Kupfer- und Eisenstücke beschwerten ihre Röcke. Ihre Panzerhemden hingen in Fetzen herab, und zwischen den Haaren ihrer Arme und Gesichter liefen die Narben wie Purpurfäden.

Der Zorn ihrer toten Gefährten beseelte sie und vermehrte ihre Kräfte. Sie fühlten dunkel, daß sie Diener eines Gottes waren, der in den Herzen der Unterdrückten waltete, und hielten sich für die heiligen Werkzeuge der allgemeinen Rache. Auch versetzte sie die maßlose Perfidie der Punier in Schmerz und Wut, und ganz besonders der Umriß Karthagos am Horizonte. Man schwur sich zu, bis in den Tod füreinander zu kämpfen.

Man tötete Lasttiere und aß soviel wie möglich, um sich zu stärken. Dann schlief man ein. Manche beteten zu irgend einem Sternenbilde.