»Später werden Sie erfahren, wie schwer es ist, einen anderen zu lieben!« Hatte ich es vor mich hingesagt? Oder sprach eine fremde Stimme mir ins Ohr und in die bangende Seele? Ganz laut und lange schwangen die einzelnen Silben in mir fort.
Ich eilte, die Geschäftsangelegenheit zu überwinden, und lebte noch lange im Banne ihrer Häßlichkeit.
Dann bat ich Ludwig – wie damals – in mein Zimmer, das Herz voll Milde und zum Verzeihen bereit. Er kam, ganz zuckende Erregung, und sah nicht die Wandlung in meinen Gesichtszügen und fühlte nicht, wie meine Liebe ihm entgegenging.
Ich begann zu sprechen, stockend, nach Worten suchend, die ihn zu einem anderen Weg führen sollten, ihm leise Bitten zu sagen, daß solches sich nie, nie wiederholen dürfe ...
Seine Ungeduld machte ihn unfähig zu hören ...
»Hast du es ...?« zerschrie er den Beginn eines neuen Satzes ...
Ich legte die Scheine auf den Tisch ...
»Siehst du, es ist alles ganz leicht ... Wenn man nur den bestimmten Vorsatz hat ...« sagte er und holte Atem, tief, aus bedrängter Brust.
Und als ich ihm die Schwierigkeiten zu nennen anfing:
»Nun? Und was weiter? Du hast ja deine Kunst ... Und dann ... bist du zu alt, um die Freuden zu verstehen, die mir das Geld gibt ...«