Das Kind wachte endlich auf und weinte laut. Die böse Frau gab ihm ein wenig Milch, und dann ließ sie es weinen, so viel es wollte.

Der arme kleine Heinrich, der immer in einem schönen hellen Zimmer gewesen, und immer freundliche Leute gesehen, konnte natürlich nicht verstehen, warum alles so finster war, und warum man seines Weinens nicht achtete.

Aber da er ein sehr gutes Kind war, weinte er nicht lange. Er sah das Bild seiner schönen Mutter, das die alte Frau auf den Boden geworfen hatte, zu den anderen Dingen, welche die Räuber gestohlen hatten. Der kleine Heinrich sah das Bild, nahm es in seine kleinen Hände, küßte es vielmals und lispelte: »Mutter, Mutter!«

Nach einiger Zeit kamen die Musikanten auch.

»Nun, Alte,« sagten sie. »Sie haben das Kind gestohlen. Das haben wir gut gemacht. Jetzt, in zwei oder drei Wochen, werden wir viel Geld für das Kind bekommen. Haben Sie noch etwas gestohlen?«

»Ja wohl,« sagte die alte Frau. »Ich habe das Bild da gestohlen. Sehen Sie, es ist mit Perlen und Diamanten besetzt. Es ist sehr viel wert.«

Der älteste Räuber nahm das Bild aus der Hand des Kindes, das sogleich wieder zu weinen begann und laut: »Mutter, Mutter!« schrie.

Der Räuber sagte endlich, als er des Schreiens müde war:

»Nun, böses Kind, Du sollst die Mutter wieder haben!« und er gab ihm das Bild wieder. Das Kind weinte nicht mehr, es küßte das Bild und lachte.

Der kleine Heinrich blieb einige Wochen in der Grube. Eines Abends kamen die Räuber traurig nach Hause und sagten: