„Da,“ sagte der alte Herr, „da sind Ihre neuen Diener. Sie sind treu und sehr fleißig, und sie werden Ihnen die Hausarbeit erleichtern. Aber da alle Leute sich sehr wundern würden, wenn sie diese kleinen Feeen herumhantieren sähen, so will ich sie verstecken, damit sie Niemand sehen kann. Strecken Sie Ihre Hände aus, kleine Frau.“
Elsa streckte ihre kleinen, weißen, unthätigen Hände aus und der Mann rührte jeden Finger an und sagte: „Daumen, Zeige-Finger, Mittel-Finger, Ring-Finger, Kleiner-Finger. Feeen, nehmt alle euere Plätze darin!“
Denselben Augenblick sprangen alle zehn kleinen Feeen auf Elsas Schooß, und versteckten sich schnell in ihre zehn Finger!
Der alte Mann mit dem weiten Mantel verschwand auch, und die erstaunte, kleine Frau blieb ganz allein. Sie sah ihre Finger verwundert an. Aber bald regten sich ihre Finger ungeduldig. Die darin versteckten kleinen Feeen waren nicht gewöhnt, träge still zu liegen, und von ihnen aus ihrer Träumerei geweckt, sprang die junge Frau auf und machte sich an die Arbeit.
Ihre Hände waren jetzt so flink, ihre Finger so geschickt, daß die Arbeit lustig herging, und als Mägde und Knechte die Hausfrau so fleißig arbeiten sahen, schämten sie sich ihrer Trägheit und arbeiteten auch wieder fleißig wie zuvor.
Das Haus wurde bald ein Musterhaus, und der junge Hausherr sagte oft stolz:
„Meine Mutter und meine Schwiegermutter waren beide tüchtige Hausfrauen, aber meine Frau kann Alles noch besser und schneller thun. Man könnte behaupten, daß sie ebensoviele flinke Diener, als Finger hätte!“
Die schöne und glückliche Elsa lächelte oft, als sie ihn dieses sagen hörte, denn sie hatte Niemand anvertraut, daß sie zehn geschickte, kleine Feeen in ihren Fingern versteckt hatte.
Elsa hatte viele Kinder, und man sagt, daß ihre Töchter die kleinen Diener erbten, denn sie waren auch fleißig und arbeitsam, und man rühmte ihre flinken Finger überall.