Vor langen Jahren wohnte ein armer Mann in einer ärmlichen Hütte mit seiner Frau und seinen drei Söhnen Jacob, Michel und Heinrich.

„Jacob,“ sprach der Vater sehr oft, „Jacob, du wirst bald Hausherr sein, denn ich bin sehr krank, und sterbe bald. Wenn ich nicht mehr da bin, sollst du Mutter und Brüder wohl versorgen.“

Jacob versprach immer, daß er Mutter und Brüder wohl versorgen wolle; aber er hielt nicht Wort, und als der Vater gestorben und begraben war, rief er aus:

„Jetzt will ich in die Welt gehen, um mein Glück zu suchen. Michel, du kannst mitkommen, aber Heinrich soll hier zu Hause bleiben, denn er ist zu dumm.“

Die Mutter aber bat die zwei ältesten Brüder so sehr, daß sie den jüngsten endlich mitnahmen.

Die zwei ältesten Söhne nahmen alles Geld und alles Essen im Hause, aber Heinrich nahm nichts; er ließ Alles, was er hatte, seiner Mutter und ging weinend fort.

Nachdem sie einige Stunden gegangen waren, setzten sie sich am Wege nieder und die zwei ältesten Brüder nahmen ihre Lebensmittel und fingen an zu essen.

Heinrich hatte keine Lebensmittel mitgebracht und die Brüder lachten ihn aus, aber er sagte gelassen, daß er besser Hunger leiden könnte, als seine arme, verwitwete Mutter.

Als die Brüder das hörten, schämten sie sich doch ein wenig, und gaben ihm von ihren Lebensmitteln zu essen, ehe sie weiter gingen. Nach zwei Tagen kamen die drei Brüder in ein Schloß, wo niemand zu sehen war. Da die zwei ältesten sich fürchteten, zuerst einzutreten, schickten sie den jüngsten voran. Er trat in das erste Zimmer und blieb erstaunt stehen, denn da war ein großer Haufe kupferner Pfennige.