Die zwei Brüder folgten ihm und als sie das Geld sahen, leerten sie die Lebensmittel schnell aus ihren Säcken und packten sie voll kupfernes Geld. Heinrich nahm nur ein einziges Stück Geld und dann öffnete er eine zweite Thür und trat in ein zweites Zimmer, wo ein großer Haufe silbernen Geldes war. Als die zwei ältesten Brüder das silberne Geld sahen, leerten sie ihre Säcke wieder, und packten sie voll Silbergeld.
Heinrich aber nahm wieder nur ein Stück Silber, dann öffnete er eine andere Thür und trat in ein drittes Zimmer, wo ein großer Haufe Gold war.
Als die zwei ältesten Brüder das Gold sahen, leerten sie das Silber schnell aus ihren Säcken, füllten sie mit Gold und gingen schnell aus dem Schlosse, denn sie hatten jetzt viele Reichtümer und fürchteten, daß Jemand käme und sie ihnen fortnähme.
Der jüngste Bruder, der nur ein Stück Gold genommen, nahm die Lebensmittel, und indem er seinen Brüdern folgte, aß er alles. Endlich kamen alle drei in einen Wald. Da die zwei ältesten das schwere Gold getragen, waren sie sehr müde, ließen ihre Säcke fallen, und legten sich nieder, um etwas auszuruhen. Sie waren beide sehr hungrig und hießen Heinrich in das Schloß gehen, und ihnen die Lebensmittel, die sie dort gelassen, bringen.
„Ach,“ erwiderte Heinrich, „zu dem Schlosse will ich doch nicht allein gehen, und ohne dieß würde ich keine Lebensmittel da finden, denn ich habe sie ja alle gegessen!“
Als die hungrigen Brüder das hörten, wurden sie sehr böse, prügelten den armen Heinrich, ließen ihn halbtot am Boden liegen, nahmen ihre goldgefüllten Säcke, und gingen heim.
Der arme Heinrich durfte ihnen nicht folgen. Er hatte nichts zu essen, und dachte endlich:
„Ich will wieder in das Schloß gehen. Vielleicht finde ich noch etwas zu essen da, und wenigstens kann ich Gold genug fortbringen, um reich zu sein, denn ich weiß ganz gut, daß meine Brüder mir nie ein einziges Stück Geld geben würden.“
Er ging allein in das Schloß, ging durch die Zimmer wo Kupfer und Silber lag, und als er in das Zimmer, wo das Gold lag, gekommen war, nahm er seinen Rock und füllte ihn mit Goldstücken. Er wollte soeben fortgehen, als er einen schrecklichen Lärm hörte, und als er zitternd da stand, kamen drei große Riesen, die laut riefen:
„Wo ist der Räuber? Er soll sterben!“