„Ich muß zuerst noch einmal in den Garten gehen!“ erwiderte Heinrich. Er ging in den Garten, machte den Sack auf, rief laut: „Schloß heraus!“ und augenblicklich stand ein schönes Schloß da. Dann ging der Jüngling wieder in den Palast, nahm seine Braut bei der Hand, und führte sie in sein Schloß.
Da wohnte er lange Jahre glücklich mit Frau, Mutter und Kindern. Dank dem Tische, dem Sack und dem Pack, hatte er immer Alles, was er nur begehren konnte. Er starb in hohem Alter und seine Kinder erbten das Reich und die drei Wunderdinge. Diese wurden in den Keller gebracht, da man ihrer nicht mehr bedurfte, aber da wurden sie morsch. Es kam endlich eine Zeit, wo Krieg im Lande war. Da erinnerte sich der Erbe des Packes. Er ließ ihn holen, aber er zerfiel in Stücke. So ging es auch mit dem Tische und mit dem Sacke, und jetzt sind die Nachkommen Heinrichs wieder sehr arm.
5. Barbarossa.
Auf dem Kyffhäuser Berg in Thüringen, stehen noch die Ruinen eines uralten Schlosses, wo Friedrich Barbarossa, der rotbärtige Hohenstauffen Kaiser, einmal wohnte.
Ein Bauer ging eines Morgens früh über den Berg; er wollte sein Pferd, ein schönes Tier, auf den Markt bringen, um es als Streitroß zu verkaufen. Da er das Pferd frisch nach dem Markte bringen wollte, führte er es langsam am Zügel, und als er eine schöne, kleine, blaue Blume an dem Weg sah, pflückte er sie, und steckte sie in sein Hutband. Es war so neblig, daß man nicht weit sehen konnte, und Bauer und Pferd erschraken ein wenig, als sie plötzlich einen kleinen, alten Mann vor sich stehen sahen.
„Guten Morgen, Bauer,“ sprach er freundlich, „wohin gehen Sie?“
„Auf den Markt, um mein Pferd zu verkaufen.“
„Das Pferd da? Ein schönes Tier!“ rief der Mann. „Um welchen Preis denken Sie es zu verkaufen?“
„Um vier hundert Thaler,“ antwortete der Bauer, „denn das Pferd ist jung und gesund. [Es] wird ein prächtiges Streitroß geben.“
„Ja, das ist wahr,“ erwiderte der kleine Mann nachdenklich. „Darum möchte ich es um den Preis kaufen. Kommen Sie mit mir, Bauer,“ fügte er hinzu, „und ich werde Ihnen das Geld geben.“