„Geh hinauf, mein Zwerg, und sieh, ob die Raben noch um den Berg fliegen.“

Auf einmal wurde der Zwerg wieder lebendig, ging eilig hinaus, kam bald wieder zurück, und meldete feierlich:

„Die Raben fliegen noch um den Berg herum.“

„Dann muß ich noch hundert Jahre schlafen!“ seufzte der Rotbart. Seine Augen fielen wieder zu, und er schlief bald fest ein.

Der kleine Mann, der auch regungslos da gestanden, führte jetzt den Bauer wieder hinaus, und als sie an der Öffnung der Höhle standen, sagte er höflich:

„Sie haben da eine wunderschöne kleine Blume, in Ihrem Hutband, ich möchte sie gar gern haben; wollen Sie sie mir gefälligst geben?“

„Ja, gewiß!“ erwiderte der Bauer. Er riß die Blume schnell aus dem Hutband, legte sie in die Hand des alten Mannes, und wollte ihn eben fragen, wer der schlafende Rotbart sei, und warum so viele Krieger und Kriegsrosse in dem Berg versammelt wären, aber der kleine Mann war verschwunden.

Der Nebel war auch dichter geworden, und der Bauer suchte vergebens nach der Öffnung der Höhle, die er soeben verlassen. Es war erst nachdem er einige Stunden lang umher geirrt, und der Nebel endlich vom Winde weggeweht worden war, daß er den Heimweg finden konnte.

Er ging schweigend nach Hause, sagte seiner Familie nichts von seinem Abenteuer, und ließ seine Frau glauben, daß er das Pferd auf dem Markte verkauft.