Der Winter dauerte noch lange. Die arme Frau mußte sich sehr anstrengen; doch als die warme Sonne wieder schien, konnten die Kinder wieder ausgehen und mußten nicht mehr frieren.
Die Ziege kam auch heraus, fraß schönes, frisches Gras, und gab ein wenig mehr Milch, welche die Kinder so gerne tranken. Nur die Mutter schien nicht froh; sie arbeitete dennoch fleißig, aber manchmal mußte sie sich ein wenig ausruhen, denn ihre Kräfte verließen sie oft.
Sie konnte nicht mehr essen, und als Basti eines Tages das letzte Stück Brot, das noch im Hause war, mit ihr teilen wollte, sagte sie, sie habe keinen Hunger. Der Kleine sah die Mutter neugierig an, und fragte kläglich:
„Bist du krank, Mutter?“
Die arme Frau erwiderte langsam:
„[Mir ist nicht ganz wohl], Basti. Wenn ich morgen nach dem Dorfe hinunter gehe, will ich zum Herrn Doktor gehen. Der wird mir einen guten Rat geben.“
Als sie diese Worte sprach, sank sie plötzlich ohnmächtig zurück. Der kleine Basti schaute die Mutter eine Weile an, dann nahm er das Fränzchen bei der Hand und sagte leise:
„Die Mutter schläft, Fränzchen, komm’ mit mir; aber mache kein Geräusch!“
Die kleine Schwester hatte weder Schuhe noch Strümpfe an, so konnte sie nur leise gehen. Basti führte sie hinaus und nun gingen beide Kinder den Fußweg hinunter dem Dorfe zu.
Als sie hinunter wanderten, sprach Basti ernst: