Bald kamen zwei Knechte murrend herein.
„Nun, was giebt’s?“ fragte der Wirt neugierig, indem er ihnen das Bier einschenkte.
„Ach, der Herr schickt uns heute Morgen wieder aus, um das Fräulein von Tannenburg einzuholen. Er hätte sie gestern so gut mitbringen können! Aber jetzt müssen wir in aller Eile ausreiten, und überall hingehen, bis wir sie gefunden haben.“
Burkhart hatte genug gehört! Er zahlte seine Zeche und ging langsam hinaus, aber als er in dem Wald war, ging er eiligst nach Hause. Sobald er da angekommen, rief er die erschrockenen Frauen zu sich, und erzählte ihnen Alles.
„Ach,“ rief Rosa, „da mein Vater im Gefängnis ist, so gehe ich auch gern dahin, dann werde ich ihn sehen und trösten können!“
„Ach, gnädiges Fräulein, denken Sie ja nicht daran!“ erwiderte der Kohlenbrenner, „Sie würden ihren Vater nicht einmal sehen! Nein, Sie dürfen nicht in die Hände des bösen Grafen fallen. Sie sollen die Kleider meiner Tochter anziehn, sich Hände und Gesicht braunfärben lassen, und wenn die Knechte des Grafen hierher kommen, werden sie nur zwei Bauernmädchen sehen!“
Rosa zog die Kleider der jungen Bäuerin an, färbte sich Hände und Gesicht braun, und der Kohlenbrenner vergrub ihre eigenen Kleider in dem kleinen Garten. Er war soeben fertig, als die Boten des Grafen heranritten, und fragten, ob er das gnädige Fräulein von Tannenburg nicht gesehen?
„Nun,“ erwiderte er einfach, „ist sie nicht in ihrem Schlosse?“
„Nein, das Schloß gehört uns jetzt, aber das Fräulein suchen wir vergebens. Der Graf hat befohlen, daß wir jedes Haus durchsuchen.“