Er zeigte Rosa, wie sie es thun sollte, und sie war froh, als er die Pforte wieder zuschloß, denn der Mörder schrie und fluchte laut.
Sie gingen so, von einem Kerker zum anderen. Rosas Herz pochte immer lauter. Keine Thür wurde geöffnet, und der Gefangenwärter sagte immer:
„[Gehe] ja nicht da hinein, Kind, diese Leute sind alle gefährlich!“
Endlich kamen sie an die letzte Thür und der Pförtner sprach:
„Du kannst nur getrost hier hinein gehen. Hier liegt der verwundete Ritter von Tannenburg gefangen. Er ist ein guter, frommer, ehrlicher Mann, und es thut mir leid, daß er hier im Kerker liegen muß.“
Rosa zitterte und dachte:
„Ach, wenn mein Vater mich jetzt erkennt, ist alles verloren!“
Sie mußte doch mit der Laterne hinein gehen, aber sie hielt sie so, daß man ihr Gesicht nicht sehen konnte. Der Pförtner achtete gar nicht auf sie und sagte freundlich:
„Nun, Herr Ritter, wie geht es Ihnen heute?“