„Seht den Burschen an! er wird bald groß genug sein, mit in den Krieg zu gehen.“
Er küßte ihn zärtlich, und fragte:
„Ist er immer gesund gewesen während meiner Abwesenheit?“
„Ja,“ erwiderte die Gräfin, „aber dennoch hättest du ihn nicht hier gefunden, ohne die Aufopferung und den Mut eines jungen Mädchens, das ihn einem furchtbaren Tode entriß.“
„Was sprichst du vom Tode?“ rief der Graf erblassend; und die Frau erzählte ihm flüchtig die Gefahr, in welcher der Knabe gewesen.
„Wo ist das Mädchen?“ rief der Graf, „ich muß es sehen, und obgleich alle meine Reichtümer nicht genügen, um es zu belohnen, muß ich ihm meinen Dank aussprechen.“
Auf einen Wink der Gräfin wurde Rosa herbei gerufen, und da, in mitten aller seiner Freunde und Vasallen, rief der Graf:
„Du bist ein mutiges Mädchen, ich werde dir mein Lebenlang dankbar sein. Meine Frau sagt mir, daß du noch gar keine Belohnung empfangen hast, du sollst haben, was du willst, mein Kind, ich kann der Retterin meines Kindes Nichts versagen, und wäre es die Hälfte meines Vermögens. Sprich, was willst du?“
„Gerechtigkeit!“ rief die arme Rosa, ihm zu Füßen fallend. „Sie halten meinen Vater gefangen! Geben Sie ihn frei!“
„Dein Vater gefangen? Wie heißt denn dein Vater?“