„Ritter von Tannenburg!“ antwortete Rosa zitternd.
„Ritter von Tannenburg!“ wiederholte der Graf, die Stirne runzelnd, „der soll nie aus dem Kerker kommen. Ich hasse ihn!“
„Ach, Herr Graf, Sie haben Ihr Versprechen gegeben!“ rief Rosa ängstlich.
„Aber das kann und will ich nicht thun!“ rief der Graf zornig.
Seine Freunde flüsterten zusammen und sagten: „Was heißt dies? Tannenburg gefangen? Seine Tochter hier vergebens um seine Freiheit flehend?“ Dann hielten sie plötzlich inne, denn die Gräfin nahm das Wort, erzählte öffentlich ihrem Manne, daß Rosa den Vater selbst hätte befreien können, und daß, wäre der Ritter von Tannenburg nicht ein ehrenhafter Mann gewesen, er das Schloß Fichtenburg in seinen Händen gehabt hätte. Er hätte die Gräfin und ihre zwei Kinder töten, und sich reichlich entschädigen können, für Alles, was man ihm angethan.
Dann fiel sie vor ihrem Manne auf die Kniee mit dem kleinen Sohne, der seine Bitten mit den ihrigen vereinte.
„Lieber Papa, mache Rosa glücklich. Sie hat den kleinen Adalbert aus dem finsteren Brunnen gerettet.“
Die flehenden Stimmen von Rosa, der Gräfin und dem Kleinen, rührten auch die harten Krieger, und sie riefen Alle laut:
„Herr Graf, Sie haben Ihr Ehrenwort gegeben. Setzen Sie den Ritter in Freiheit, sonst ...“ fügten einige Stimmen drohend hinzu.