„Da!“ rief der Bauer freudig, „da ist die Antwort auf deine Frage, und da ich sie doch ziemlich teuer bezahlen mußte, wollen wir uns darnach richten.“

Obgleich er so müde war, ließ er wieder anspannen, ging selbst hinaus und arbeitete bis es Nacht war, und bis alles Heu herein gebracht war. Da es wunderschönes Wetter war, wurde er von allen seinen Nachbarn wegen seiner Hast ausgelacht. Aber während der Nacht kam ein heftiges Gewitter, das viel Schaden verursachte.

Der Bauer, der Dank seiner Consultation gar Nichts dabei verloren hatte, rühmte den Advokaten, der ihm so gut geraten, und da er den Rat nie vergaß, wurde er täglich wohlhabender. Oft hielt er seinen Wagen vor dem Hause des Advokaten an, um seinem Ratgeber ein Paar Hühner, einige frische Eier, oder schöne, reife Früchte zu überbringen.

9. Das hölzerne Kreuz.

Frau von Linden wohnte in einem schönen Landhause, wo sie sich jedoch sehr einsam fühlte, da ihr Mann und ihre Kinder alle gestorben waren. Ihre Verwandten liebte sie nicht, weil sie sehr eigennützige Leute waren.

Die gute Frau war selbst gar nicht eigennützig, von Morgen bis Abend dachte sie nur, wie sie den Armen und Kranken helfen könnte, und wie sie Gutes thun könnte.

Eines Tages mußte sie in die Stadt gehen, und als ihre Geschäfte zu Ende waren, ging sie in das Münster, um die schönen Statuen und Gemälde zu sehen, und sich ein wenig in dem kühlen, dunkeln, heiligen Raume auszuruhen.

Die große Kirche war um diese Stunde ganz leer und still, und nachdem sie andächtig gebetet, ging Frau von Linden umher und bewunderte die Gemälde und Statuen.

Sie schaute die großen Pfeiler an, schaute in die Wölbung hinauf, blieb lange vor den schönen, heiligen Bildern stehen, und kam endlich zu der letzten Kapelle, wo nur noch ein sehr kleines Licht brannte.