„Nein,“ rief der Mann mit den verbundenen Augen. „Ich bin nicht blind, sondern ich habe so scharfe Augen, daß ich der Scharfäugige heiße. Meine Augen sind so scharf, mein Prinz, daß ich durch die härtesten Steine sehen kann, denn sie spalten sich alle sobald als ich meinen Verband abgenommen und sie fest anschaue!“

„Nun,“ erwiderte der Prinz, „ich möchte gern wissen, was hinter jener Felswand steht, können Sie mir das sagen?“

„Das kann ich!“ rief der Scharfäugige.

Er streifte den Verband ab und sah die Felsen fest an.

Sogleich spalteten sie sich, und der Prinz wurde ein eisernes Schloß gewahr, wo der Zauberer die schöne Prinzessin, die er liebte, gefangen hielt.

Da der Lange, der Breite und der Scharfäugige mit ihm waren, und jedes Hindernis sogleich aus dem Wege schafften, kamen sie bald zu dem eisernen Schlosse, dessen Thüren sich weit öffneten, um ihnen den Eintritt zu erleichtern, aber die sich schlossen sobald sie hinein gegangen waren.

Der Prinz und seine drei Gefährten sahen sich erstaunt um. Niemand war da, um sie zu begrüßen, und nachdem der Prinz sein Pferd in den Stall gebracht, traten sie in das Schloß.

Im Hofe, im Stall und auch im großen Saale sahen sie viele Herren und Diener, aber alle waren versteinert. Endlich kamen sie in den Speisesaal, wo die Diener alle versteinert waren, aber wo eine reichlich gedeckte Tafel ihrer wartete. Sie aßen und tranken, und als sie sich nach einem Platz zum Schlafen umsahen, öffneten sich die Thüren weit und der Zauberer führte eine schöne, blasse Prinzessin herein.

Der Zauberer hatte einen schwarzen Rock, einen langen, weißen Bart, weiße Haare, und statt eines Gürtels, hatte er drei eiserne Ringe um den Leib. Die Prinzessin trug ein weißes Kleid, eine Perlenkrone, einen silbernen Gürtel, und sah blaß und traurig aus.