Der Ritter von Falkenburg antwortete nicht sogleich, und die kleine Elsa rief: „Ach, Vater, hilf doch der schönen Frau und dem kleinen Mädchen! Als ich meine kleine Taube annahm um sie vor dem bösen Raubvogel zu beschützen, sagte mir die Mutter, daß man einem Schwächeren immer helfen und ihn beschützen soll.“
„Deine Mutter hat Recht,“ erwiderte der Vater. „Ich werde der Dame helfen, so gut ich kann. Ich antwortete nur nicht sogleich, weil ich auf einen guten Plan sann, um die beiden Ritter zu bestrafen.“
Der Ritter und seine Frau luden die Witwe jetzt ein, einige Tage im Schloß Falkenburg zu verweilen (bleiben). Unterdessen ging der Ritter, um ihre Feinde aufzusuchen. Er sagte ihnen, daß er die gnädige Frau von Hohenburg unter seinen Schutz genommen habe, und daß er ihnen den Krieg erklären würde, wenn sie sich nicht als gute Nachbarn zeigten.
Die zwei Ritter wußten so wohl, daß der Ritter von Falkenburg immer Wort hielt, und fürchteten sich so sehr vor diesem tapferen Manne, daß sie jetzt beide ihr Ehrenwort gaben, die gnädige Frau von Hohenburg in Ruhe zu lassen.
Die Witwe war dem Ritter von Falkenburg sehr dankbar, als sie vernahm, daß ihre Feinde ihr Ehrenwort gegeben, sie nicht mehr zu berauben.
Die zwei kleinen Mädchen, die unterdessen sehr gute Freundinnen geworden waren, wären gerne zusammen geblieben, aber jetzt mußte die Witwe mit Emma nach Hause gehen.
„Mutter, ich möchte Emma etwas geben, um ihr meine Liebe zu bezeugen,“ sagte die kleine Elsa.
„Nun, mein Kind, gieb ihr, was du willst. Wenn du ihr etwas giebst, das du selbst schätzest (liebst), wirst du ihr deine Liebe am besten zeigen.“
Die kleine Elsa sann eine Weile nach und dann rief sie: „Emma soll meine Taube haben! Den Vogel habe ich am liebsten!“