Der Berggeist versteckte sich hinter einen Busch, und bald sah er mehrere muntere Jungfrauen, die auf dem schönen grünen Rasen spielten. Eine dieser Jungfrauen war besonders reizend, und der Geist betrachtete sie mit besonderer Freude.

Endlich seufzte er und flüsterte:

„Ach, wie schön wäre es doch, wenn ich ein so schönes Geschöpf in meinem unterirdischen Schlosse immer unter den Augen haben könnte. Nun, warum sollte ich sie nicht entführen?“ fuhr der Geist leise fort. „Das wäre mir sehr leicht!“

Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als er sich plötzlich in einen Sturmwind verwandelte, die wunderschöne Jungfrau ergriff und aus dem Kreise ihrer Gespielinnen forttrug.

Im Nu befand er sich wieder in seinem unterirdischen Palaste, wo er das Mädchen sanft auf ein Ruhebett legte.

Dort kniete er demütig zu ihren Füßen nieder und harrte geduldig, bis sie die schönen Augen langsam öffnete, denn sie war ohnmächtig geworden, als der Berggeist sie so plötzlich umfangen hatte.

Endlich erwachte die schöne Prinzessin Emma mit einem Seufzer aus ihrem Schlafe und blickte verwundert umher. Sie sah die glänzenden Wände des Palastes, die mit Diamanten, Perlen, Rubinen, Saphiren und Amethysten geschmückt waren, und zuletzt fiel ihr Blick auf den harrenden Jüngling zu ihren Füßen. Als die blauen Augen endlich auf ihm ruhten, rief der Geist:

„Schöne Jungfrau, fürchte dich nicht, du stehst unter meinem Schutze, und Niemand soll dir jemals ein Leid zufügen.“

„Wer bist du?“ fragte Emma erstaunt.