Nein, erwiederte die Sterbende: ist er es nicht, so ist’s sein Sohn; ich habe ihm geflucht bis in das dritte Glied — Sophie wird Dir alles sagen.

Der Heiland hat verziehen, entgegnete Hulda: er betete für seine Feinde; und Du, mein Mütterchen, willst scheiden aus der Welt mit solchem Groll, und wie — wie kann Alonso den verdienen, da Du ihn nie sahest?

Gott strafte auch der Väter Sünde bis in’s vierte Glied. Alonso soll des Vaters Sünde büßen.

Kennst Du den Vater denn?

Ein schwerer Seufzer war die Antwort; das Auge fand die letzten Thränen; — die Arme schluchzte laut, das hart gequälte Herz ward endlich weich und milde.

Nimm Mutter, Deinen Fluch zurück, bat Hulda christlich fromm, in Angst und Schmerz ganz aufgelös’t. Der Tod versöhnt ja alles! Laß beten mich für Deiner Seele Ruhe. O — Mutter richte nicht! Ich weiß nicht, was man gegen Dich verbrochen hat. Alonso aber ist nicht schuldig! Und Gott allein ist unser Richter. Mach’ Dir die Sterbestunde leicht. Vergib, so wird auch Gott Dir gern vergeben, und Engel werden Deine fromme Seele zu seinen Himmeln sanft geleiten.

Da fiel ein Schuß, ein zweiter, und ein dritter, und von dem Hafenfort erdonnerte des Abschiedgrusses Antwort.

Alonso geht in See, schrie händeringend Hulda, und sank ohnmächtig in einander. —