Die eiserne Gartentür flog lautschallend ins Schloß, von Harro geschleudert.
Nun noch der kleine Weg durch den Vorgarten.
Da tat Harro endlich den Mund auf, fragte: „Warum hast du mich gerufen?“
Sie hatte die Frage erwartet und erschrak doch vor ihr. Hatte sich die Antwort zurechtgelegt und brachte sie doch nur mühsam heraus: „Ich ... sah dich dort ... drüben ...“
„So? So! Es war also nur eine Begrüßung, quer über die Straße. Es klang auch ganz so ... so wie eine Begrüßung.“
Die Tränen schossen ihr in die Augen. Sie war so matt, so zerschlagen, so widerstandslos.
„Quäl’ mich nicht, Harro!“ bat sie.
Er war stehengeblieben, sah zu Boden, sah dann wieder sie an. Der Trotz wich aus seinem Gesicht, aber die Bitterkeit blieb in seiner Stimme: „Nein, ich will dich nicht quälen. Ich hab dich zu lieb dazu. Ich seh ja auch, dich ... dich quält anderes genug.“
„Es wird schon wieder besser werden. Es ist nur, weißt du — du hast doch gewiß auch oft Verdruß in den Stunden.“
Sie war eine so schlechte Lügnerin, schämte sich so, daß sie gerade vor Harro lügen mußte. Das Blut schoß ihr ins Gesicht.