Schweigsam saßen die beiden Reisenden nebeneinander.

Bisweilen sah Harro verstohlen auf Helene, bisweilen wollte er irgendeine kleine Unterhaltung anfangen. Immer wieder verstummte er. Aber er umgab sie mit schonendster Sorglichkeit.

Einmal, kurz vor Frankfurt, sprach Helene wie aus einer langen Gedankenkette heraus: „Ich muß dich noch um etwas bitten —“

„Gewiß, Helene! Sag’s nur!“

„Bitte, geh zu Frau Harriers-Wippern und entschuldige mich. Sag’, daß ich plötzlich hätte abreisen müssen. Ich würde ihr von Rohlbeck aus schreiben.“

„Ich gehe gleich morgen.“ Und dann sagte er fast dasselbe wie seine Mutter: „Helene, du kommst doch bald wieder!“

Da sah sie ihn an, eigentlich zum erstenmal heute, und sie schüttelte langsam den Kopf.

„Helene —“

Es war, als suchte er nach Worten. Über das junge Gesicht strömte wieder das Rot. Er mußte erst eine Scheu überwinden.

„Helene ... du hast doch deine Kunst!“ kam es dann plötzlich heraus. Es klang fast wie vorwurfsvoll und tröstend zugleich.