„Da haben wir’s! Sie lachen mich einfach aus.“

„Aber, Herr von Merivaux ...“

„Ich nehm es ja gar nicht übel. Wie soll ich? Ich weiß ja doch, Sie können kaum anders, und, gewiß, es scheint vielleicht eine seltene Sache, daß sich ein Offizier stark für Kunst, gerade für Musik interessiert. Aber es kommt doch vor. Par exemple: wir haben hier in Berlin einen Offizier-Musik-Verein, und ich spiele die zweite Violine.“

Sie machten gerade kehrt, fügten sich von neuem in die Reihen der Promenierenden ein. Dabei konnte sie ihm unauffällig ins Gesicht sehen. Ein wenig im Glauben, er habe den Spieß umgedreht und scherze nun seinerseits. Aber er blickte ganz ernst. Es mußte doch wahr sein, was er sagte.

Und er sprach schon weiter: „Sie sind wieder Schülerin von Frau Harriers-Wippern?“

Da mußte sie doch erstaunt zurücksagen: „Woher wissen Sie das?“

‚„Mon Dieu ... Berlin ist so klein. Ich verkehre bei Professor Taubert, und zu den näheren Freunden des ’auses gehört auch Frau Harriers. Sie sprach bisweilen von Ihnen, gnädiges Fräulein, und ’at sehr geklagt, daß Sie gegangen sind auf und davon. Damals! Und weil sie wußte, daß ich die Ehre ’ab, Sie zu kennen, erzählte sie mir neulich, sehr froh, von Ihrem Wiederkommen.“

„Aber davon ahnte ich ja gar nichts.“

Er lachte. „Man kann doch nicht alles ahnen.“

„Weshalb haben Sie mit mir in Rackow nie von Ihrer Liebe zur Musik gesprochen?“ Fast vorwurfsvoll, ein wenig schmollend, sagte sie es.