Die Saite klang und hallte leise, rief wehmütig weiches Empfinden wach. Schmerzliches Erinnern und sanfte Zärtlichkeit. Ein Neues strömte auf sie ein, fremd und doch wohlvertraut. Das Glück vielleicht — vielleicht —
Und da hatte er sie schon in seine Arme geschlossen, fest und innig ans Herz genommen, küßte sie und küßte sie wieder.
Sie hatte die Augen geschlossen, wehrte ihm nicht, lag an seiner Brust.
Seine Lippen fühlte sie, seine Wange an ihrer Wange, sein Atem ging über ihr Gesicht. Liebesworte hörte sie dicht an ihrem Ohr, zärtlich, flehend. Und ihr Blut pulste und rauschte. Immer enger umschloß sie sein Arm, seine Hand glitt sanft über ihren Nacken, über ihr Haar. Ihr Herz pochte. Pochte lauter und lauter. „Küsse mich!“ bat er. „Küsse mich!“
Und sie küßte ihn. —
Plötzlich schraken sie auseinander.
Laute Stimmen kamen, hastige Schritte, wie im Lauf.
Höhne mit einer Blendlaterne und einem Blatt Papier in der Hand. Unmittelbar hinter ihm Onkel Ernst, keuchend: „Helene! Helene!“
Hand in Hand standen sie. Hand in Hand gingen sie ein paar Schritte ihm entgegen.
Merivaux wollte sprechen, erklären.